Ratgeber

Schwimmbad und Hallenbad Sicher planen, bauen, bewirtschaften

Ob Hallenbad, Schwimmbad, Naturbad oder Badeteich: Wenn es um den Spass im Wasser geht, sind der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt. Damit in den Bädern möglichst wenig Unfälle geschehen, sind bei Planung, Bau und Bewirtschaftung einige Punkte zu beachten.

Die 5 wichtigsten Tipps

  • Bei Planschbecken und Kinderzonen gut sichtbare Gebotsschilder anbringen, die auf die Aufsichtspflicht hinweisen
  • Bei Wassertiefen unter 180 cm und überall dort, wo das Hineinspringen riskant ist, Verbotsschilder anbringen
  • Bei Wasserrutschen, Sprunganlagen und anderen Attraktionen eindeutige Regelhinweise montieren
  • Bei Becken gut erkennbare, dauerhaft angebrachte Tiefenmarkierungen anbringen
  • Stufen und Tritte, die ins Wasser führen, rutschfest, mit farblichem Kontrast und mit beidseitigen Handläufen ausstatten

Selbsterklärende und fehlerverzeihende Bäder für mehr Sicherheit

Baden und Schwimmen ist nicht nur ein Sommerthema. Hallenbäder haben auch im Winter Hochsaison. Doch die Aktivitäten im Wasser sind immer auch mit einem gewissen Unfallrisiko verbunden. Pro Jahr verletzen sich knapp 2000 Personen bei Unfällen in öffentlichen Schwimmbädern – z. B. durch Ausrutschen und Stolpern. Ertrinken ist auch eine Gefahr.

Mit selbsterklärenden und fehlerverzeihenden Planung, Bau und Bewirtschaftung lässt sich das Unfallrisiko in Schwimmbad, Hallenbad und Co. auf unterschiedliche Weise reduzieren.

Allgemeine Normen und Regeln einhalten

Die BFU empfiehlt grundsätzlich, die relevanten Sicherheitsnormen und Empfehlungen der BFU sowie weiterer Fachverbände einzuhalten:

Einhalten von allgemeine Normen und Regeln

  • Die Normenreihe SN EN 15288 «Schwimmbäder» beschreibt die erforderlichen Sicherheitsstandards für öffentliche Bäder.
  • In der Normenreihe SN EN 13451 «Schwimmbadgeräte» sind sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren für Geräte festgelegt, die in öffentlichen Schwimmbädern genutzt werden.
  • In der Normenreihe SN EN 1069 «Wasserrutschen» sind die sicherheitstechnischen Anforderungen für Wasserrutschen festgelegt.

  • Zusätzlich sind die für öffentliche Bauten relevanten technischen Vorschriften und Regelwerke, z. B. SIA-Normen), zu beachten.
  • Für Schwimm- und Hallenbäder, in denen auch Wettkämpfe durchgeführt werden, gelten zusätzlich die Anforderungen der «Fédération Internationale de Natation» FINA .

Tipps für Planung, Bau und Betrieb

Um möglichst selbsterklärende und fehlerverzeihende Bäderanlagen zu gestalten, empfiehlt es sich, entsprechende Fachplanerinnen und Fachplaner beizuziehen. Idealerweise bereits bei der Planungsphase einer neuen Bäderanlage; aber auch bei der Sanierung einer bestehenden Bäderanlage kann so viel zur Sicherheit beigetragen werden.

Eine Übersicht über Fachplanerinnen und Fachplaner sowie weitere praktische Informationen bietet die Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen (IAKS).

Einen Überblick über die Gesamtsituation bietet die BFU-Fachdokumentation «Bäderanlagen». Sie zeigt auf, welche Gefahren in Schwimm- und Badeanlagen zu Verletzungen oder Ertrinken führen können. Zudem bietet sie einen Überblick über die wichtigsten sicherheitsrelevanten Zusammenhänge und erläutert die zentralen Anforderungen aus den relevanten europäischen Normen für Planung, Bau und Betrieb solcher Anlagen:

  • Fachdokumentation

    Bäderanlagen

    Dokumentation A4 | 80 Seiten | 2.019
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In der Schule

Ertrinken, stolpern, ausrutschen, mit jemandem zusammenprallen, der seitlich ins Becken springt, sich an der Ausstattung verletzen oder ungewollt ins Wasser fallen: All das kann zu Verletzungen führen, z. B. am Kopf oder Rücken. Damit der Badebetrieb möglichst unfallfrei abläuft, ist einiges zu beachten.

Gut vorbereitet

  • Schwimm- und Hallenbäder mit rutschhemmenden Boden- und Treppenbelägen ausstatten
  • Bodenbeläge von Fachpersonen regelmässig auf Rutschhemmung überprüfen lassen
  • Treppenstufen und Verglasungen markieren
  • Warnhinweise und Informationen in Form von Piktogrammen anbringen (z. B. Wassertiefe, seitliches Einspringen nicht gestattet)
  • Erste-Hilfe-Raum mit Beatmungsgerät und Defibrillator ausrüsten

Ihr BFU-Kontakt

Roger Schmid

Roger Schmid

Berater Haus und Freizeit

Publikationen

  • Fachdokumentation

    Bäderanlagen

    Dokumentation A4 | 80 Seiten | 2.019
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