Ratgeber

Offene Turnhallen Sicher turnen nach Schulschluss

Sich am Wochenende mit den Kindern in der Turnhalle austoben? Offene Turnhallen machen solche und andere Angebote möglich. Sie öffnen auch dann ihre Tore, wenn Schulen oder Vereine sie nicht nutzen. Was für den sicheren Betrieb von offenen Turnhallen wichtig ist, weiss die BFU.

Die 3 wichtigsten Tipps

  • Sicherheitskonzept für den Betrieb erstellen
  • Angebotscharakter festlegen
  • Sportgeräte und Installationen auf das Angebot abstimmen

Offene Turnhallen für alle

Offene Turnhallen stehen während ungenutzten Zeiten für unterschiedlichste Aktivitäten zur Verfügung. Dabei geht es beispielsweise um Aspekte der Gesundheitsförderung für eine breite Zielgruppe, die Suchtprävention oder die gesellschaftliche Integration. Oft sind es auch Sportangebote für Kinder und Jugendliche.

Offene Turnhallen sind keine Spielplätze

Turnhallen und Sportgeräte entsprechen in erster Linie den Anforderungen des Schul-, Vereins- und Wettkampfsports. Diese Anforderungen unterscheiden sich von öffentlichen Spielplätzen. Diese müssen die Spielplatznorm SN EN 1176 berücksichtigen.

Bei Angeboten von offenen Turnhallen ist ein Sicherheitskonzept deshalb unerlässlich. Dieses regelt die Zuständig- und Verantwortlichkeiten. Dazu gehört auch die Klärung von Haftungsfragen.

Im Fokus des Konzepts sollte die Prävention von schweren und tödlichen Unfällen stehen. Idealerweise werden dabei die Standards des geleiteten Sports und Sportunterrichts eingehalten. Je weniger ein Angebot geleitet oder beaufsichtigt wird, desto mehr muss es sich an der Spielplatznorm orientieren.

Eckpunkte eines Sicherheitskonzepts für offene Turnhallen

Ein à jour gehaltenes Sicherheitskonzept regelt die folgenden Punkte:

Beschreibung des Angebots

Hier werden die Trägerschaft oder die Anbieterin definiert und die Verantwortlichkeiten geklärt. Dies umfasst auch die Zielgruppe, Teilnahmemodalitäten und Anforderungen.

Um die Beschreibung des Angebots zu vereinfachen, empfiehlt die BFU, die folgenden Angebotskategorien zu unterscheiden:

  • In geleiteten Angeboten ist eine Person verantwortlich für die gesamten Aktivitäten, inklusive der Sicherheit. Dabei werden Standards wie bei Jugend und Sport J+S oder beim Schulsport berücksichtigt.
  • In betreuten Angeboten werden eine Anlage, Geräte und Material zur Verfügung gestellt. Eine Aufsichtsperson sorgt für den reibungslosen Betrieb. Die Besucherinnen und Besucher nutzen das Angebot selbstständig. Die Sicherheitsanforderungen sind strikter als in geleiteten Angeboten.
  • Bei unbeaufsichtigten Angeboten sind die Eltern oder Betreuungspersonen für die Aufsicht verantwortlich. Für unbeaufsichtigte Angebote gelten dieselben Anforderungen wie für öffentliche Spielplätze. Da offene Turnhallen solche Anforderungen nur schwer erfüllen können, rät die BFU von unbeaufsichtigten Angeboten ab.

Beschreibung der Betreuung

Diese geht auf die Rolle der Leitungs-, Aufsichts- oder Betreuungspersonen ein. Ein Pflichtenheft hält Kompetenzen, Mindestalter sowie die nötige Ausbildung fest. Dazu gehören:

  • Permanent präsent sein
  • Nutzerinnen und Nutzer ständig unter Aufsicht haben
  • Bei kritischen oder nicht erlaubten Aktionen eingreifen
  • Bei einem Unfall Erste Hilfe leisten

Beschreibung der Aktivität

Dazu gehört, zu definieren, welche Geräte und welche Infrastruktur genutzt werden dürfen und welche nicht. Ohne Freigabe der Hauswärtin oder des Hauswarts oder ohne Qualifikation der Leitungsperson stehen z. B. das grosse Trampolin, die Aussenanlage und Tribünen nicht zur Verfügung.

Risikoanalyse und Massnahmen

Die Risikoanalyse beschreibt und bewertet besondere Risiken des Angebots. Dadurch ist es möglich, konkrete Präventionsmassnahmen zu definieren.

Rettungs- und Notfallkonzept

Das Rettungs- und Notfallkonzept klärt den Ablauf, die Zuständigkeiten und die Kommunikationswege im Notfall.

Standardisierte Unfallerfassung

Eine standardisierte Unfallerfassung ermöglicht es, auftretende Gefahren zu identifizieren und notwendige Massnahmen abzuleiten.

Mehr Informationen

Beispiele von Anbieterinnen und Anbietern offener Turnhallen:

Beratung durch die BFU

Sie möchten ein Angebot lancieren oder das bestehende Konzept verbessern? Die BFU berät Sie gerne zum Thema Sicherheit und Unfallprävention in offenen Turnhallen.

Ihr BFU-Kontakt

David Burkhardt

David Burkhardt

Berater Sport und Bewegung

Publikationen

  • Fachdokumentation

    Sichere Bewegungsförderung bei Kindern

    Dokumentation A4 | 32 Seiten | 2.082
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