Ratgeber

Bewegungsförderung bei Kindern Spielerisch zu einem besseren Gleichgewicht

Bewegungsförderung bei Kindern ist fester Bestandteil vieler Kindergärten, (Tages-)Schulen, Kitas, Spielgruppen und Horte. Und das zurecht: Sie bildet das Fundament für eine gesunde Entwicklung. Wichtig dabei ist auch die gezielte Förderung des Gleichgewichts. Das reduziert das Sturzrisiko – auch im Erwachsenenalter.

Die 3 wichtigsten Tipps

  • Bewegungsförderung so früh wie möglich in den pädagogischen Alltag einbauen
  • Spielerisch Gleichgewicht und Gelenkstabilität trainieren
  • Instabile Unterlagen helfen, die Gleichgewichtsübungen zu variieren

Bewegungsförderung als Unfallprävention für die Zukunft

Kinder klettern, rennen, rutschen, rollen, hüpfen und wollen die Welt erkunden: Die Kleinen entwickeln spielerisch motorische, kognitive und andere Fähigkeiten – und legen so einen wichtigen Grundstein für ihre gesunde Entwicklung.

Kommen Bewegung und Training von Gleichgewicht in der Kindheit zu kurz, ist es im Erwachsenenalter nur mit grossem Aufwand möglich, motorische Defizite aufzuholen. Koordinative Fähigkeiten wie eine gute Balance sind zentral, um auch als Erwachsene Sturzunfälle zu vermeiden. Deshalb ist Bewegungsförderung bei Kindern auch aus Sicht der Unfallprävention wichtig – bereits in der Kita, in der Spielgruppe und im Kindergarten. 

Spiele zur Förderung des Gleichgewichts 

Instabile Unterlagen wie zum Beispiel Balance-Discs, Kissen, Schaumstoff, Seile oder eingerollte Handtücher helfen, Gleichgewichtsübungen in den Betreuungsalltag zu integrieren. Zum Beispiel mit den folgenden spielerischen Übungen. Wichtig, damit während den Spielen möglichst nichts passiert: alle Hindernisse wegräumen.

Aufwärmen

Die instabilen Unterlagen verteilen und die Kinder selbst ausprobieren lassen. Was kann man damit machen? Im Idealfall stehen die Kinder gleich einmal selbst auf die verschiedenen Unterlagen. Wie fühlt es sich an?

Welt der Tiere

Verschiedene Tiere nennen, bei denen die Kinder die Position der Füsse auf den instabilen Unterlagen variieren müssen. Der Kinderbetreuer oder die Kindergärtnerin zeigt die Position vor.

  • Giraffe: auf den Zehenspitzen
  • Pinguin: auf den Fersen
  • Ente: Füsse flach
  • Flamingo: auf einem Fuss

Statuen

Die Kinder bewegen sich frei durch den Raum (mit oder ohne Musik). Auf ein Signal hin bleiben die Kinder stehen und nehmen eine Position auf einer Unterlage ein. Die Kinderbetreuerin oder der Kindergärtner benennt die Körperteile, die die Unterlage berühren dürfen (z. B. ein Fuss oder ein Knie und ein Fuss). Variante: Die Kinder können selbst bestimmen, welcher Körperteil die Unterlage berühren muss.

Hand – Mund – Fuss 

Alle Kinder stehen im Kreis auf einer Unterlage. Der Kinderbetreuer oder die Kindergärtnerin gibt ein einfaches Bewegungsmuster mit den Füssen vor (z. B. auf der Stelle gehen). Sobald alle dieses Fussmuster übernommen haben, folgt eine Arm- oder Handbewegung (z. B. Klatschen bei jedem zweiten Schritt), gefolgt von einem Wortlaut (z. B. «Hey» bei jedem zweiten Schritt). Varianten: 

  • Zuerst ohne instabile Unterlage üben
  • Kinder selbst Muster entwickeln lassen

Bewegungslandschaft

Möglichst unterschiedliche instabile Unterlagen in eine Bewegungslandschaft einbauen:

  • Bewegungslandschaft mit einer Geschichte verknüpfen
  • Laufstrecken mit Sandkissen auf dem Kopf durchführen
  • Laufformen variieren (leise schleichen wie eine Schlange, laut trampeln wie ein Elefant, stolzieren wie ein Storch, rückwärtsgehen, ohne in jemanden hineinzulaufen, bei jedem Schritt klatschen)

Publikationen

  • Fachdokumentation

    Sichere Bewegungsförderung bei Kindern

    Dokumentation A4 | 32 Seiten | 2.082
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Ihr BFU-Kontakt

Alexandra Bersier-Balz

Alexandra Bersier-Balz

Wiss. Mitarbeiterin Schule und Familie
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