Ratgeber

Du entscheidest Interaktive Videos für den Unterricht

Junge Menschen suchen Anerkennung, wollen sich profilieren, lieben den Wettbewerb. Im Strassenverkehr ist solches Verhalten gefährlich – vor allem, wenn Gruppendruck hinzukommt. Die BFU hat dazu das Unterrichtstool «Du entscheidest» für Berufsfachschulen und Gymnasien entwickelt. Drei interaktive Videos zeigen, wie junge Menschen mit Gruppendruck im Strassenverkehr umgehen und Wege aus dieser Dynamik finden.

So setzen Sie die Videos ein

  • Die Videos betreffen die Themen Risiko, Sicherheit, Gesundheit, Verantwortung, Unfallprävention.
  • Die drei Kurzvideos dauern je ca. 8 Minuten. Sie sind auch einzeln einsetzbar.
  • Die Videos bieten Stoff für 2–3 Lektionen. Aufbereitete Unterrichtsmaterialien stehen zur Verfügung.
  • Die Videos sind interaktiv: Das Publikum bestimmt mit seinen Entscheidungen den weiteren Verlauf der Handlung.

Adnan: Boxkampf oder Autorennen?

Adnan und seine Freunde im Quartier rivalisieren ständig: Beim Training im Boxkeller, bei den richtigen Sneakers, und vor allem: wer hat das schnellere Auto? Wieder mal wird in der Tiefgarage gestichelt, die Motoren heulen auf ... Wie soll Adnan reagieren?

Infos zum Video und Download

Die Mobile-Version des Videos können Sie auf YouTube anschauen.

Facts & Figures keyboard_arrow_down

  • Geschwindigkeit ist bei Neulenkenden die zweithäufigste Unfallursache.
  • Geschwindigkeit wirkt sich doppelt auf das Unfallgeschehen aus: Das Unfallrisiko steigt und die Unfälle sind schwerwiegender.
  • «Zu schnell» bedeutet nicht nur das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit. «Zu schnell» unterwegs ist auch, wer die Geschwindigkeit nicht den Verhältnissen anpasst (Strasse, Wetter, Verkehr).
  • Junge Männer sind häufiger von Geschwindigkeitsunfällen betroffen als Frauen, Motorradfahrer häufiger als Autofahrer.
  • Die häufigste Unfallart von Neulenkenden ist der Schleuder-/Selbstunfall. Hauptursache dafür ist Geschwindigkeit.
  • Die Gründe für erhöhte Geschwindigkeit sind: mangelnde Risikowahrnehmung, Selbstüberschätzung, tiefe Hemmschwelle, Strassenverkehrsregeln zu brechen, geringe Erwartung einer Polizeikontrolle, starkes/schnelles Auto und Zeitdruck.

Inputs für Entscheidungen keyboard_arrow_down

1. Entscheidung – Ablenkung: Vincent zurechtweisen oder ihm das Handy wegnehmen?

  • Was sind die Vor- und Nachteile der jeweiligen Entscheidung?
  • Warum hat Adnan wohl so einen grossen Einfluss auf Vincent?

2. Entscheidung – Sparringkampf: Zusagen oder ablehnen?

  • Warum soll Adnan zusagen? Warum soll er ablehnen?
  • Hat Adnans Entscheid etwas mit Unfallprävention beim Autofahren zu tun?
  • Wer kennt ähnliche Situationen, in denen «Nein» sagen Überwindung kostet?

3. Entscheidung – Spritztour: Mitgehen oder nach Hause fahren?

  • Welche Gründe gibt es für Adnan, mitzufahren?
  • Was hat der Entscheid für oder gegen die Spritztour mit dem vorgängigen Boxtraining zu tun?
  • Was denkt ihr über Vincent und Ismael? Wie verhalten sie sich aus eurer Sicht?

4. Entscheidung – Autorennen: Aussteigen oder sitzen bleiben?

  • Was hindert Adnan hier daran, auszusteigen?
  • Wie verhalten sich die Beteiligten? Wer könnte deeskalierend eingreifen?
  • Was ist ein Sieg in einem Autorennen wert? Was kann der Sieg kosten?

Generelle Inputs

  • Hat jemand eigene Erfahrungen mit solchen Situationen gemacht?
  • Wenn ihr die gefahrene Geschwindigkeit als zu schnell empfindet: Wie geht ihr damit um? Habt ihr gute Strategien, damit langsamer gefahren wird?
  • Hat jemand von euch ein schnelles Auto? Warum?

Aufgaben für Lernende keyboard_arrow_down

  • Gruppenarbeit: Die Lernenden erstellen in Dreiergruppen Charakterprofile der Figuren und halten ihre Ergebnisse auf Plakaten fest. Die Plakate werden im Plenum verglichen.
  • Partner- oder Gruppenarbeit: Die Lernenden ergründen die Beziehungen und Gruppendynamik zwischen den Figuren und stellen sie abstrahiert dar (Zeichnung, Schema, Flemo o. Ä.). Wer ist der Anführer? Wer Mitläufer? Wer stachelt an, wer handelt, wer übernimmt Verantwortung? Wer drückt sich, wer hört auf wen etc.

Download keyboard_arrow_down

Zur Unterrichtsvorbereitung können Sie die Infos auch als PDF herunterladen.

Das Video steht ebenfalls als Download bereit. Um das Video korrekt auf Ihrem Computer abzuspielen, gehen Sie folgendermassen vor:

  1. .zip-Datei entpacken. Den Ordner in der .zip-Datei an einem separaten Ort auf Ihrem Computer abspeichern.
  2. Den entpackten Ordner öffnen.
  3. Dann die Datei «BFU_Adnan_DE_player.html» öffnen.

Julien: Beeindrucken oder Hände weg vom Steuer?

Julien steht unter Druck: Die neue Freundin kommt zum ersten Mal zu Besuch. Kommt sie bei seiner Clique an? Ausgerechnet an einer Party zickt seine Ex rum. Nix wie weg! Doch die Neue kriegt den Streit mit ... Was soll Julien tun?

Infos zum Video und Download

Die Mobile-Version des Videos können Sie auf YouTube anschauen.

Facts & Figures keyboard_arrow_down

  • Seit 2014 gilt 0 Promille während der 3-jährigen Probezeit.
  • Seither haben die Alkoholunfälle um 20 % abgenommen.
  • Alkohol ist bei Neulenkenden aber immer noch die vierthäufigste Unfallursache.
  • Bereits in kleinen Mengen verringert Alkohol die Fahrfähigkeit: Die Reaktion wird langsamer, das Sehvermögen schlechter, die Müdigkeit nimmt zu und die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Und: die Risikobereitschaft steigt.
  • Bei jungen Menschen wirkt Alkohol zudem stärker und unberechenbarer.

Inputs für Entscheidungen keyboard_arrow_down

1. Entscheidung – Verspätung: Gas geben oder SMS schreiben?

  • Welche Entscheidung versteht Rebecca wohl besser? Welche Entscheidung ist wie viel Risiko wert?
  • SMS schreiben ist nur sicherer, wenn dazu angehalten wird.

2. Entscheidung – Präservative: Normal oder Erdbeergeschmack?

  • Dies ist ein anderes Präventionsthema und dient dem lockeren Einstieg.
  • Oder gibt es einen Zusammenhang mit riskantem Fahrverhalten?

3. Entscheidung – Urban legend «Cow tipping»: Soll Julien gestehen, dass er gelogen hat oder noch einen drauflegen?

  • Wie kann sich Julien aus dieser verfahrenen Situation befreien?
  • Wie kann er sein cooles Image aufrechterhalten? Ist das überhaupt nötig?

4. Entscheidung – Auf die Ex-Freundin hören oder wegfahren?

  • Ist die Intervention der Ex-Freundin hilfreich? Oder gar kontraproduktiv?
  • Wie könnte Rebecca Julien beeinflussen? Welches Verhalten würde zu ihr passen?

Generelle Inputs

  • Hat jemand eigene Erfahrungen mit solchen Situationen gemacht?
  • Was sind gute Strategien, um das Problem «Fahren unter Alkoholeinfluss» anzugehen?
  • Welche vermeintlichen Tipps kennt ihr, um auch trotz Alkoholkonsum sicher Auto zu fahren?
  • Im Vergleich zu früher wird heute viel weniger akzeptiert, wenn trotz Alkoholkonsum Auto gefahren wird. Was könnten Gründe dafür sein?

Aufgaben für Lernende keyboard_arrow_down

  • Gruppenarbeit: Die Lernenden erstellen in Dreiergruppen Charakterprofile der Figuren und halten ihre Ergebnisse auf Plakaten fest. Die Plakate werden im Plenum verglichen.
  • Partner- oder Gruppenarbeit: Die Lernenden ergründen die Beziehungen und Gruppendynamik zwischen den Figuren und stellen sie abstrahiert dar (Zeichnung, Schema, Flemo o. Ä.). Wer ist der Anführer? Wer Mitläufer? Wer stachelt an, wer handelt, wer übernimmt Verantwortung? Wer drückt sich, wer hört auf wen etc.

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Zur Unterrichtsvorbereitung können Sie die Infos auch als PDF herunterladen.

Das Video steht ebenfalls als Download bereit. Um das Video korrekt auf Ihrem Computer abzuspielen, gehen Sie folgendermassen vor:

  1. .zip-Datei entpacken. Den Ordner in der .zip-Datei an einem separaten Ort auf Ihrem Computer abspeichern.
  2. Den entpackten Ordner öffnen.
  3. Dann die Datei «BFU_Julien_D_player.html» öffnen.

Marco: Stress oder Powernap?

Für den spontanen Auftritt an einem Festival fahren Marco und Luana quer durch die Schweiz. Was für ein Erfolg – aber das Auto muss zurück. Sonst droht Stress mit Luanas Eltern. Wie schafft Marco die Heimfahrt?

Infos zum Video und Download

Die Mobile-Version des Videos können Sie auf YouTube anschauen.

Facts & Figures keyboard_arrow_down

  • Bei schätzungsweise 10 % aller Verkehrsunfälle ist Müdigkeit im Spiel.
  • Wer müde fährt, schätzt Geschwindigkeiten falsch ein, ist unkonzentriert und reagiert ähnlich langsam wie nach dem Konsum von Alkohol.
  • Im schlimmsten Fall nickt die Lenkerin oder der Lenker ein.
  • Einzige wirksame Massnahme: Ein 15-minütiger Powernap. Zwei Kaffees vor dem Schlaf helfen zusätzlich.

Inputs für Entscheidungen keyboard_arrow_down

1. Entscheidung – Party: Konfettikanone oder Watergun?

  • Entscheidung zum Aufwärmen.
  • Wie geht ihr an Festivals? Wie organisiert ihr die Hin- und Rückfahrt?

2. Entscheidung – Velofahrt: Regenjacke oder Kopfhörer?

  • Was hat diese Entscheidung mit Unfallprävention zu tun?
  • Was ist gefährlicher: nass werden, dunkle Kleidung tragen oder ohne Helm fahren?

3. Entscheidung – Helfer gegen Müdigkeit: Kaffee oder Energydrink?

  • Sind das wirksame «Müdigkeitskiller»? Kennt ihr noch andere Massnahmen?
  • Wie verhält sich Marco bis jetzt?
  • Und seine Kolleginnen und Kollegen?

4. Entscheidung – Turboschlaf oder Fenster öffnen?

  • Was hilft wirklich?
  • Was ist wichtiger: kein Stress mit den Eltern oder eine unfallfreie Fahrt?

Generelle Inputs

  • Hat jemand eigene Erfahrungen mit solchen Situationen gemacht?
  • Was sind gute Strategien, um das Problem anzugehen?
  • Welche vermeintlichen Tipps kennt ihr, die bei Müdigkeit am Steuer helfen sollen?
  • Was sind wohl Gründe, weshalb «Müdigkeit beim Autofahren» selten als wichtiges Problem betrachtet wird?

Aufgaben für Lernende keyboard_arrow_down

  • Gruppenarbeit: Die Lernenden erstellen in Dreiergruppen Charakterprofile der Figuren und halten ihre Ergebnisse auf Plakaten fest. Die Plakate werden im Plenum verglichen.
  • Partner- oder Gruppenarbeit: Die Lernenden ergründen die Beziehungen und Gruppendynamik zwischen den Figuren und stellen sie abstrahiert dar (Zeichnung, Schema, Flemo o. Ä.). Wer ist der Anführer? Wer Mitläufer? Wer stachelt an, wer handelt, wer übernimmt Verantwortung? Wer drückt sich, wer hört auf wen etc.

Download keyboard_arrow_down

Zur Unterrichtsvorbereitung können Sie die Infos auch als PDF herunterladen.

Das Video steht ebenfalls als Download bereit. Um das Video korrekt auf Ihrem Computer abzuspielen, gehen Sie folgendermassen vor:

  1. .zip-Datei entpacken. Den Ordner in der .zip-Datei an einem separaten Ort auf Ihrem Computer abspeichern.
  2. Den entpackten Ordner öffnen.
  3. Dann die Datei «BFU_Marco_D_player.html» öffnen.

Einsatzmöglichkeiten und Lernziele der Videos

Wie wirken sich Gruppendynamik und Gruppendruck auf das Unfallgeschehen von jungen Fahrzeuglenkenden aus? Dieser Grundfrage widmen sich die drei interaktiven Videos der BFU. Jedes Video behandelt dabei ein Thema: überhöhte Geschwindigkeit (Adnan), Alkohol (Julien) und Müdigkeit (Marco).

So unterrichten Sie mit den Videos

In jedem Video können die Lernenden vier Entscheidungen treffen, die den Verlauf der Geschichte beeinflussen. Über die gestellten Fragen und die damit verbundenen inneren Konflikte der Hauptdarsteller und die Rolle der anderen Beteiligten kann diskutiert werden. Für diese Diskussionen gibt es bei jedem Video konkrete Inputs. Danach wird entschieden – erst dann laufen die Filme weiter.

Die letzte Entscheidung bestimmt, wie das Video ausgeht: Tragisches Unglück oder Happy End? Egal, wie sich die Lernenden entscheiden – beide Ausgänge der Videos sind «Pflichtkonsum». Bei der Desktop-Version der Videos und wenn Sie die Videos herunterladen, navigieren Sie via Button «Inhaltsverzeichnis» unten rechts im Videoplayer zwischen den Entscheidungen im Video.

Gedacht sind die Videos für den Unterricht an Berufsfachschulen und Gymnasien. Aufbereitete Begleitmaterialien finden sich bei jedem Video (Inputs für Entscheidungen und Aufgaben für Lernende) sowie bei den Zusatzmaterialien.

Die Videos basieren auf Unfällen, die tatsächlich passiert sind. Die Geschichten und Personen sind erfunden.

Lernziele

  • Eigenes Risikoverhalten reflektieren
  • Sich bewusst werden, welche Verantwortung Fahrzeuglenkende übernehmen
  • Gefahren im Verkehr erkennen und antizipieren können
  • Gruppendruck und Gruppendynamik erkennen und analysieren können
  • Deeskalierende Interventionen kennen und ausprobieren
  • Sich mit Unfallfolgen auseinandersetzen: physisch, psychisch, finanziell, rechtlich und versicherungstechnisch

Zusatzmaterial für den Unterricht

Junge Erwachsene sind im Vergleich zu anderen Altersgruppen am häufigsten von schweren Verkehrsunfällen betroffen. Warum? Einerseits mangelt es ihnen an Erfahrung. Andererseits gibt es Risikofaktoren, die sich besonders in jungen Jahren zeigen: Lust am Wettbewerb, Risikobereitschaft und der Umgang mit Gruppendruck. Die BFU hat die wichtigsten Informationen dazu in verschiedenen Infopapieren zusammengefasst.

Feedback zum Unterrichtstool

Sie haben das Tool getestet und die Videos im Unterricht verwendet? Ihr Feedback ist sehr willkommen. Nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit und füllen Sie diesen Fragebogen aus. Vielen Dank!

Ihr BFU-Kontakt

Thomas Kramer

Thomas Kramer

Berater Verkehrsverhalten
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