Ratgeber

Sehkraft, Medikamente und Ernährung Stürze im Alter verhindern

Sehe ich noch genügend gut? Erhöhen meine Medikamente das Sturzrisiko? Wer im Alter auf die eigene Gesundheit achtet, kann sich auch vor Stürzen schützen. Auch die Ernährung spielt eine Rolle.

Die 4 wichtigsten Tipps

  • Die eigene Sehkraft und Sehhilfen regelmässig prüfen lassen
  • Medikamente hinsichtlich Sturzgefährdung prüfen lassen
  • Die Wechselwirkung zwischen Alkohol und Medikamenten beachten
  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten

Gesund bleiben und sich vor Stürzen schützen

Sturzgefahren übersehen, starke Medikamente oder zu viel Alkohol – die Ursachen für einen Sturz sind vielfältig. Das Sturzrisiko zu reduzieren, ist mit den Tipps der BFU aber denkbar einfach.

Sehkraft checken

Wer gut sieht, nimmt auch Sturzgefahren besser wahr und kann diese umgehen. Es lohnt sich deshalb, die eigene Sehfähigkeit und Augengesundheit regelmässig zu prüfen und Sehhilfen kontrollieren zu lassen. Optiker oder Augenärztinnen beraten auch bei stark abnehmender Sehkraft, zum Beispiel wegen grauem oder grünem Star oder altersbedingter Makuladegeneration.

In vielen Kantonen gibt es Beratungsstellen für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen – dort können vielfältige Hilfsmittel ausprobiert werden. Mehr dazu auf sbv-fsa.ch und blind.ch.

Falls die Einschränkungen des Sehvermögens zunehmen, hilft eine Wohnraumabklärung durch Fachpersonen (z. B. durch eine Fachperson der Ergotherapie oder Physiotherapie), um die eigenen vier Wände sturzsicher zu machen

Medikamente und Alkohol

Fragen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Apotheker, ob Ihre Medikamente das Sturzrisiko erhöhen. Besonders bei Einnahme mehrerer Medikamente ist Vorsicht geboten. Einige Medikamente können dazu führen, dass man etwas wackeliger auf den Beinen ist oder mit Schwindel kämpft.

Prüfen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, ob die Medikamente mit negativen Auswirkungen abgesetzt oder durch weniger risikohafte Medikamente ersetzt werden können – oder ob die Dosis reduziert werden kann.

Und nicht vergessen: die Kombination von Alkohol und Medikamenten kann zu Stürzen führen. Wer nüchtern ist, hat ein geringeres Sturzrisiko. Zudem bleibt Alkohol im Alter länger im Körper und wirkt stärker. Alkohol deshalb massvoll konsumieren und vor anspruchsvollen Tätigkeiten am besten ganz darauf verzichten.

Ernährung 

Wer fit ist, hat ein geringeres Sturzrisiko. Starke Knochen und trainierte Muskeln helfen zudem, einen Sturz aufzufangen. Wer auf die folgenden Ernährungstipps achtet, kann Knochen und Muskeln unterstützen:

Tipps für starke Knochen und Muskeln

  • Täglich eine Portion eiweissreiche Lebensmittel wie Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Tofu, Quorn, Seitan, Käse oder Quark ist gut für die Muskeln. Hülsenfrüchte (z. B. Linsen oder Bohnen) enthalten ebenfalls viele Proteine und weitere wichtige Nährstoffe.
  • Ein Vitamin-D-Präparat für die Muskulatur, das Immunsystem und die Knochengesundheit einnehmen: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Hausarzt, in der Drogerie oder Apotheke nach einem geeigneten Präparat und der Dosierung.
  • Calcium wirkt sich zusammen mit Vitamin D positiv auf den Knochenerhalt aus. Deshalb täglich Milchprodukte (z. B. Jogurt, Quark), Sojadrinks oder Nüsse, Mineralwasser und gewisse Gemüsesorten (z. B. Broccoli) zu sich nehmen (Mineralwasser mit mind. 150 mg Calcium pro Liter wählen).
  • Täglich 1–2 Liter ungesüsste Getränke zu sich nehmen.
  • Weitere Tipps zur Ernährung gibt es hier.

Für Fachpersonen in der Gesundheitsversorgung

Mit dem Portal «bfu.ch/stoppsturz» hat die BFU ein umfassendes Angebot zur Sturzprävention in der Schweizer Gesundheitsversorgung geschaffen. Fachpersonen finden hier alles, um Stürze bei ihren älteren Patientinnen, Klienten und Kundinnen zu verhindern. Unterlagen, Tools und Materialien helfen, Sturzrisiken zu erkennen, abzuklären und zu reduzieren.

Ihr BFU-Kontakt

Ursula Meier Köhler

Ursula Meier Köhler

Fachspezialistin Sturzprävention

Publikationen

  • Präventionstipps

    Selbstständig bis ins hohe Alter – Wohnen, sich bewegen, mobil bleiben

    Broschüre A5 | 16 Seiten | 3.159
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