Ratgeber

Wandern in den Bergen Sicher über Stock und Stein

In der Schweiz locken 65 000 Kilometer Wanderwege. 24 000 Kilometer davon sind Bergwanderwege. Doch Gefahren lauern oft nur einen Schritt entfernt: ausrutschen und stolpern. Rund 27 000 Personen verunfallen jedes Jahr beim Wandern und Bergwandern. Mit dem Bergwander-Check gehen Sie Gefahren aus dem Weg.

Der Bergwander-Check

  • Planung: Was habe ich vor?
  • Einschätzung: Ist die Wanderung für mich geeignet?
  • Ausrüstung: Habe ich das Richtige dabei?
  • Kontrolle: Bin ich noch gut unterwegs?

Bergwander-Check

Planung – Was habe ich vor?

Bergwandern ist anspruchsvoller, als man denkt. Die sorgfältige Vorbereitung der Wanderroute kann vor unliebsamen Überraschungen schützen.

  • Route, Zeitbedarf und -reserven sowie Ausweichmöglichkeiten planen
  • Anforderungen der Wanderung, Wegverhältnisse und Wetter berücksichtigen
  • Bekannte über Tour informieren – insbesondere, wenn man allein aufbricht

Einschätzung – Ist die Wanderung für mich geeignet?

Wer seine Wanderung geniessen will, sollte sich nicht überfordern. Deshalb Fähigkeiten realistisch einschätzen und Planung darauf abstimmen.

Faustregel zur Berechnung der Wanderzeit (ohne Pausen):

  • Aufstieg: 15 Minuten für 100 Höhenmeter plus 15 Minuten für jeden Kilometer Horizontaldistanz
  • Abstieg: 15 Minuten für 200 Höhenmeter plus 15 Minuten für jeden Kilometer Horizontaldistanz

Die Wander-Wegweiser geben Aufschluss darüber, wie anspruchsvoll verschiedene Strecken sind. Bergwanderwege (weiss-rot-weiss markiert) sind teilweise steil, schmal und exponiert. Sie erfordern Trittsicherheit. Wer eine schwierige Tour unternimmt, tut das am besten in einer Gruppe.

Ausrüstung – Habe ich das Richtige dabei?

  • Feste Wanderschuhe mit griffiger Profilsohle
  • Sonnen- und Regenschutz sowie warme Kleidung – in den Bergen kann das Wetter rasch umschlagen
  • Aktuelles Kartenmaterial
  • Für den Notfall: Taschenapotheke, Rettungsdecke, Handy

Kontrolle – Bin ich noch gut unterwegs?

Wer müde ist, ist weniger trittsicher. Deshalb regelmässig rasten, essen und trinken. Sind Sie noch im Zeitplan? Ist das Wetter gut? Falls nein, kehren Sie rechtzeitig um. Weitere Tipps finden Sie in unserer Broschüre «Bergwandern»:

  • Bergwandern – Sicher über Stock und Stein

    Präventionstipps, Broschüre A5, 8 Seiten, 3.010, auch erhältlich auf Französisch, Italienisch
    picture_as_pdf Herunterladen PDF

In der Schule

Während einer Wanderung auf einer Schulreise den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Im schlimmsten Fall führen Unkenntnis der Route, zu wenig Aufsichtspersonen, schlechte Ausrüstung, rasche Veränderung der Wetterverhältnisse oder das Nichteinhalten der Verhaltensregeln zu Unfällen. Das können Stürze, Unfälle im Strassenverkehr, Schnittverletzungen, Verbrennungen oder Ertrinkungsunfälle sein.

Gut vorbereitet

  • Zur Vorbereitung die BFU-Unterrichtsblätter Ub 4.039 «Wanderungen – Schulreisen – Ausflüge» verwenden
  • Wanderung rechtzeitig und sorgfältig planen: d. h. den Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler angepasst und mit Alternativprogramm für schlechte Bedingungen
  • Wanderroute rekognoszieren (sichere Rastplätze, heikle Passagen, Absturzstellen, Handyempfang, Trinkwasserstellen usw.)
  • Für die Wanderung mindestens eine bis zwei fähige Begleitpersonen organisieren und in den Planungsprozess miteinbeziehen
  • Schulleitung informieren, Einverständnis einholen, Sicherheitsanforderungen klären
  • Verhaltenskodex gemeinsam erarbeiten und einfordern
  • Vorgehen für spezielle Passagen besprechen (z. B. Bachüberquerung, Kuhweide etc.)
  • Klasse aufmerksam und konsequent beaufsichtigen
  • Als Lehrperson an der Spitze gehen
  • Als erste Begleitperson in der Mitte und als zweite Begleitperson am Schluss gehen
  • Besonders zu betreuende Schülerinnen und Schüler sollten mit der Lehrperson gehen
  • Regelmässig Pausen einlegen
  • Auf angemessene Bekleidung bestehen (z. B. Wanderschuhe und Wetterschutz)
  • Bei schlechtem Wetter oder ungenügender psychischer/physischer Verfassung der Schülerinnen und Schüler: Wanderung abbrechen oder verkürzt durchführen
  • Erste-Hilfe-Set, aufgeladenes Handy und eine Liste mit Notrufnummern einpacken

Kantonale Richtlinien und Weisungen

Folgende kantonale Richtlinien und Weisungen sind der BFU bekannt:

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Für J+S-Leiterinnen und Leiter

Wer sich an die Grundsätze von J+S und der BFU hält, leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Unfallprävention, sondern kann auch das Risiko einer strafrechtlichen Verurteilung oder von zivilrechtlichen Haftungsansprüchen in engen Grenzen halten.

Rechtsfragen und Gerichtsentscheide

Sport bedeutet Freiheit und individuelle Entfaltung. Aber auch Sportlerinnen und Sportler bewegen sich nicht im rechtsfreien Raum.

Ihr BFU-Kontakt

Monique Walter

Monique Walter

Beraterin Sport und Bewegung

Publikationen

  • Bergwandern – Sicher über Stock und Stein

    Präventionstipps, Broschüre A5, 8 Seiten, 3.010, auch erhältlich auf Französisch, Italienisch
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