​​​​Aus Sicht der Unfallprävention ist klar: Wer Auto fährt, schaut auf die Strasse und hat die Hände am Steuer. Wer abgelenkt ist, steigert nicht nur das Risiko eines Unfalls, sondern muss je nach Fall auch mit hohen Bussen, dem Entzug des Führerausweises oder sogar einer Freiheitsstrafe rechnen.

Gesetz

Das Gesetz schreibt dem Fahrzeuglenker in Art. 31 Strassenverkehrsgesetz (SVG) generell vor, dass er sein Fahrzeug ständig so beherrschen muss, dass er seinen Vorsichtspflichten, d.h. der Gesamtheit aller Verkehrsregeln, nachkommen kann.

Die Verkehrsregelnverordnung​​ (VRV) führt zu «Bedienung des Fahrzeuges» in Art. 3 Abs. 1 aus: Der Fahrzeugführer muss seine Aufmerksamkeit auf die Strasse und den Verkehr richten. Er darf beim Fahren nichts tun, was die Bedienung des Fahrzeugs erschwert. Er hat ferner dafür zu sorgen, dass seine Aufmerksamkeit nicht beeinträchtigt wird, insbesondere durch Tonwiedergabegeräte sowie Kommunikations- und Informationssysteme. Das Steuerrad darf nicht losgelassen werden (Art. 3, Abs. 3 VRV).

Bei einem Unfall kann es ausserdem sein, dass die Unfallversicherung wegen Grobfahrlässigkeit ihre Leistungen kürzt (Art. 37 Abs. 2 Unfallversicherungsgesetz), wenn der Lenker abgelenkt war.

Bundesgerichtsurteile

​Verboten sind Handlungen, die länger als einen kurzen Moment ablenken oder die auf andere Weise erschweren, dass beide Hände sofort am Lenkrad verfügbar sind
(B​undesgerichtsurteil 1C_422/2016, E 3.2).

Verboten ist beispielsweise:

  • Während längerer Zeit auf die Nebenfahrbahn zu schauen (Bundesgerichtsurteil 6B_1157/2016)
  • Den Blick während rund sieben Sekunden auf ein A4-Blatt zu richten (Bundesgerichtsurteil 1C_422/2016)
  • Das Mobiltelefon zwischen Kopf und Schulter einzuklemmen (BGE 120 IV 63)
  • Das Schreiben einer SMS (Bundesgerichtsurteil 6B_666/2009)

Zulässig sind gemäss dem Bundesgericht Verrichtungen, welche nur sehr kurz dauern und bei denen weder der Blick vom Verkehr abgewendet werden muss, noch die Körperhaltung verändert wird (Bundesgerichtsurte​il 1C_422/2016, E 3.2​).

Zulässig ist beispielsweise ein kurzer Blick auf das Armaturenbrett, wenn es die Verkehrssituation erlaubt (Bundesgerichtsurteil 1C_183/2016).​​​

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