Ratgeber

Risikodialoge in der Fahrausbildung Persönliche Unfallrisiken identifizieren und reduzieren

Emotionaler Zustand oder Fahrstil: Es gibt zahlreiche Persönlichkeitsmerkmale, die das Fahrverhalten prägen und das Unfallrisiko beeinflussen. In der Fahrausbildung ist es wichtig, diese persönlichen Risiken mit den Lernenden zu reflektieren. Die Lernvideos der BFU zeigen, dass Risikodialoge während der Fahrstunde dazu geeignet sind, wie sie ablaufen können und auf was dabei zu achten ist.

Die Videos der BFU zeigen ...

  • ...wie sich Fahrschülerinnen und Fahrschüler für persönliche Unfallrisiken sensibilisieren lassen.
  • ...welche Themen für eine Reflexion mit den Lernenden wichtig sind.
  • ...was ein Risikodialog ist und wie er erfolgreich durchgeführt werden kann.

Persönliche Merkmale, die das Unfallrisiko beeinflussen

Es gibt Unfallrisiken, die von Person zu Person unterschiedlich sind. Je nach aktueller Befindlichkeit sind sie auch nicht immer gleich ausgeprägt. Wichtig ist, sich dieser Risiken bewusst zu sein. Das fördert die individuelle Risikokompetenz und ermöglicht aktive Gegenmassnahmen, um das persönliche Unfallrisiko zu reduzieren.

Faktoren aus folgenden Themenbereiche beeinflussen das individuelle Unfallrisiko:

  • Persönliche Einstellungen und Werte: Charaktereigenschaften, Verhaltensmuster, Einstellungen, Fahrstil, Beziehung zum Fahrzeug
  • Motive und Umstände der Fahrt: Motiv, Planung und soziale Situation der Fahrt, emotionaler und körperlicher Zustand

Die verschiedenen Themenbereiche haben nicht bei allen Lernenden dieselbe Priorität. Eine angepasste Gewichtung für die Lernenden liegt im Ermessen der Fahrlehrerin oder des Fahrlehrers.

Ein Risikodialog pro Fahrstunde

Es ist Aufgabe der Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer, ihre Lernenden zur Reflexion persönlicher Risiken zu motivieren und sie bei der Erarbeitung eigener Strategien zur Risikominderung zu begleiten.

Als Form für diese Reflexion bietet sich der strukturierte Risikodialog an. Dazu wird ein Themenbereich ausgewählt und sein Einfluss auf das Risikoniveau der Fahrt in einem Gespräch diskutiert (Reflexion). Zudem soll ein persönlicher Bezug zum Thema geschaffen werden (Selbstreflexion). Der Risikodialog ist idealerweise ein fester Bestandteil jeder Fahrstunde.

Egal welches Thema – der Risikodialog läuft immer nach dem gleichen Schema ab:

  1. Einführung: Das gewählte Thema enthält gewisse Risikofaktoren, die das Unfallrisiko im Verkehr beeinflussen.
  2. Fragen zur Risikoanalyse: Warum erhöht Faktor X das Unfallrisiko im Verkehr? In welchen Situationen ist dieser Faktor besonders gefährlich?
  3. Fragen zur Selbsteinschätzung: Kennt der/die Lernende bei sich selbst einen der genannten Faktoren? In welchen Verkehrssituationen könnte dieser Faktor das Risiko erhöhen? Was kann der/die Lernende dagegen unternehmen?

Lernvideos: Beispiele kompletter Risikodialoge

Im Folgenden finden Sie Beispiele kompletter Risikodialoge zu unterschiedlichen Themen. Die Beispiele zeigen, wie die drei Phasen «Einführung», «Fragen zur Risikoanalyse» und «Fragen zur Selbsteinschätzung» ablaufen können. Die Lernvideos nehmen Situationen aus dem Fahrunterricht mit dem Auto, Motorrad, Lastwagen sowie dem Verkehrskundeunterricht auf.

1/6 -

Auto: Planung der Fahrt

2/6 -

Auto: Emotionaler Zustand

3/6 -

Motorrad: Verhaltensmuster

4/6 -

Motorrad: Motiv der Fahrt

5/6 -

Lastwagen: Verhaltensmuster

6/6 -

Verkehrskundeunterricht: Fahrstil

Lernvideos: das macht erfolgreiche Risikodialoge aus

Eine gute Einführung, gutes Nachhaken und eine gute Überleitung zur persönlichen Strategie, um mit individuellen Unfallrisiken umzugehen, machen erfolgreiche Risikodialoge aus. Und helfen, dass die Fahrschülerinnen und Fahrschüler die Erkenntnisse nicht so schnell wieder vergessen. Die folgenden Videos zeigen, wie das gelingt – und was es zu vermeiden gilt.

1/4 -

Gute Einführungen ins Thema: Prägnant erklären, um was es geht.

2/4 -

Gutes Nachhaken: Bei den Lernenden den Bezug zu sich selbst fördern.

3/4 -

Verpasstes Nachhaken: So bleiben Aussagen allgemein und unverbindlich.

4/4 -

Gute Überleitungen zur persönlichen Strategie: Lernende zu persönlichen Handlungsalternativen führen.

Handbuch für den Risikodialog

Das kostenlose Handbuch liefert alle nötigen Hintergrundinformationen, um Risikodialoge zu verschiedenen Themen zu führen. Als praktisches Nachschlagewerk lässt es sich auch als «Spickzettel» vor und während des Dialogs nutzen. Jetzt herunterladen oder bestellen:

  • Forschung & Statistik

    Sinus 2023 – Sicherheitsniveau und Unfallgeschehen im Strassenverkehr 2022

    Report A4 | 106 Seiten | 2.501 | DOI-Nr. 10.13100/BFU.2.501.01.2023
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Eine Beispielseite aus dem Handbuch zu Verhaltensmustern.

Ihr BFU-Kontakt

Thomas Kramer

Thomas Kramer

Berater Verkehrsverhalten

Publikationen

  • Forschung & Statistik

    Sinus 2023 – Sicherheitsniveau und Unfallgeschehen im Strassenverkehr 2022

    Report A4 | 106 Seiten | 2.501 | DOI-Nr. 10.13100/BFU.2.501.01.2023
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