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«Ich liebe die Schweiz und gebe gerne etwas zurück.»

Die Italienerin Valentina Guglia lebt seit 14 Jahren in der Schweiz. Mit ihrem Engagement als Sicherheitsdelegierte möchte die Architektin Land und Leuten etwas zurückgeben. Es bereitet ihr grosse Freude, ihr Präventionswissen tagtäglich in ihre Projekte einfliessen zu lassen.

Mit grossen Schritten spaziert sie über die Piazza Grande in Giubiasco, vorbei an ihrer Lieblingsgelateria und dem grosszügigen Parco Giochi, wo Kinder in der Frühlingssonne spielen. Als Sicherheitsdelegierte der BFU hat Valentina Guglia bereits so einige Spielplätze unter die Lupe genommen. Den Spielplatz auf der Piazza Grande in Giubiasco findet sie gut gelungen. «Kein Vergleich zu den Spielplätzen in Italien», erklärt sie. Diese seien vielerorts in desolatem Zustand. «Bevor ich meine Kinder dort spielen lasse, mache ich jeweils einen Kontrollgang», erklärt die Architektin lächelnd.

Der Schweiz etwas zurückgeben

Valentina Guglia lächelt viel. Sie hat eine starke, positive Ausstrahlung. Man merkt auf Anhieb, dass sie liebt, was sie tut. Sie ist stolz darauf, als Sicherheitsdelegierte zu arbeiten: «Ich liebe die Schweiz und gebe gerne etwas zurück. Dadurch fühle ich mich integriert», erklärt die Italienerin. Gerade hat die 39-Jährige ihren Einbürgerungsprozess gestartet.

Schon jetzt vereint die studierte Architektin viele typisch schweizerische Eigenschaften: So schätzt sie Genauigkeit und Zuverlässigkeit genauso wie Höflichkeit und Diskretion, liebt die Berge und die Natur. Gemeinsam mit ihrem Mann geht sie oft wandern oder velofahren, immer auf der Suche nach spannender Architektur. Italien ist voll davon. Warum also ist die 39-Jährige in die Schweiz gekommen? 

Herausragende Jungakademikerin

Valentina Guglia studierte Architektur am Polytechnikum Turin. 2010 erhielt sie den «Master dei Talenti», eine Auszeichnung für herausragende Jungakademikerinnen und -akademiker. Sie setzte sich gegen 80 Mitstudierende durch und gewann damit ein einjähriges Praktikum – in New York oder in Lugano. Sie entschied sich für Lugano und erhielt 2011 eine Stelle in einem Architekturbüro. In Lugano gefiel es ihr so gut, dass sie bleiben wollte. Dank guten Empfehlungen des Architekturbüros fand sie im Tessin leicht eine neue Stelle. Sie liebte ihre Arbeit und nahm als junge Architektin auch gerne zwölfstündige Arbeitstage in Kauf. Bis sie schwanger wurde: «Mein Mann war der Ansicht, dass ich etwas kürzer treten sollte», erklärt Guglia und schmunzelt.

Sogar das Wetter ist besser

Seit vier Jahren arbeitet Valentina Guglia als technische Beraterin im öffentlichen Dienst, zuerst auf der Bauverwaltung der Gemeinde Minusio und seit einem Jahr in Giubiasco. Mittlerweile ist sie Mutter von zwei Kindern, die Tochter ist sieben und der Sohn vier Jahre alt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und den Kindern ist Valentina in Giubiasco sesshaft geworden. «Ich fühle mich sehr wohl hier, das Tessin ist wunderbar. Das Wetter ist sogar besser als in Turin!» 

Das erste Mal von der BFU gehört hat sie auf der Bauverwaltung in Minusio. Als sie angefragt wurde, als Sicherheitsdelegierte zu arbeiten, sagte sie sofort zu: «Unfallprävention ist eine fantastische Arbeit, sie ist sehr abwechslungsreich und treibt mich an», erzählt sie begeistert. Von den Weiterbildungskursen der BFU habe sie viel profitiert. Nun lernt sie fleissig Deutsch, um sich auch mit ihren Deutschschweizer Kolleginnen und Kollegen austauschen zu können. «Ich bin stolz, das Präventionswissen der BFU in meine Projekte einfliessen zu lassen. Dieses Bewusstsein, dass man Unfällen vorbeugen kann, ist in Italien kaum vorhanden. Ein Grund mehr, die Schweiz zu lieben.»

Doch gibt es etwas, dass sie an der Schweiz weniger liebt? Die Frage zaubert ihr erneut ein Lächeln ins Gesicht. «Das haben sie mich beim ersten Einbürgerungstermin auch gefragt. Was soll ich sagen! Am ehesten wohl, wie teuer die obligatorische Krankenversicherung ist.» 

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