Magazin

Verletzungen im Schweizer Eishockey Unfälle verhindern

In der Schweiz verletzen sich jedes Jahr rund 5000 Eishockeyspielerinnen und Eishockeyspieler. Besonders der intensive Körperkontakt im Spiel erhöht das Verletzungsrisiko stark und beeinflusst die Unfallzahlen massiv. Das gilt auch im Eishockeyverein. Das Unfallrisiko lässt sich aber mit verschiedenen Massnahmen reduzieren.

Schwere Verletzungen im Eishockey

Die Auswertung der Unfallzahlen im Eishockey zeigt, dass bestimmte Verletzungen besonders häufig zu ernsthaften Folgen führen. Dazu gehören vor allem Verletzungen am Schädel bzw. Gehirn sowie an Schulter, Oberarm und Knie. Während über alle Eishockeyverletzungen hinweg nur etwa 9 % der Verletzungen ernster ausfallen, liegt dieser Anteil bei Schädel- und Hirnverletzungen bei 14 %, bei Schulter- und Oberarmverletzungen bei 19 % und bei Knieverletzungen bei 15 %. Diese Körperregionen sind damit deutlich stärker von schweren Verletzungsfolgen betroffen als andere.

Körperkontakt im Eishockey

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Personenkontakt. Verletzungen am Schädel oder Gehirn geht in rund 69 % der Fälle ein direkter Kontakt mit einer anderen Person voraus. Auch bei Schulter- und Oberarmverletzungen ist Körperkontakt mit 57 % sehr häufig. Bei Knieverletzungen liegt dieser Anteil bei 45 %. Insgesamt zeigt sich, dass vor allem Kopf- und Schulterverletzungen oft durch Zusammenstösse oder harte Zweikämpfe entstehen. Mehr als die Hälfte dieser Verletzungen steht damit in direktem Zusammenhang mit Körperkontakt zwischen Spielern.

Kopfverletzungen im Eishockey

Insgesamt machen Kopfverletzungen etwa ein Viertel aller Verletzungen im Eishockey aus. Davon entfallen 248 von 1024 Fällen pro Jahr auf spezifische Schädel- oder Hirnverletzungen. Sie treten besonders häufig bei Personenkontakt auf und gehören zu den gefährlichsten Verletzungsarten im Eishockey. Die Folgen können auch noch Monate danach spürbar sein.

Unfälle im Eishockey verhindern

Um die Unfallzahlen im Schweizer Eishockey nachhaltig zu senken, sind verschiedene Massnahmen notwendig, die sowohl die Spielregeln als auch das Verhalten der Spielerinnen und Spieler betreffen. Eine der wichtigsten Massnahmen ist die konsequente Durchsetzung der Regeln.

Besonders gefährliche Aktionen wie Checks gegen den Kopf, Checks von hinten oder harte Bandenkollisionen müssen strenger bestraft werden. Einheitliche Schiedsrichterentscheide in allen Ligen tragen dazu bei, riskantes Spielverhalten frühzeitig zu unterbinden. Der Verein kann sehr viel dazu beitragen, die Unfallzahlen zu senken – indem er auch im Training die Regeln konsequent durchsetzt.

Moderne Schutzausrüstung

Schutzausrüstung spielt eine zentrale Rolle. Moderne, richtig sitzende Helme schützen den Kopf und das Gehirn deutlich besser. Verbesserte Schulter-, Ellbogen- und Knieschoner fangen Stösse auf und verringern das Verletzungsrisiko. Besonders im Nachwuchsbereich sollten Spielerinnen und Spieler konsequent Gesichtsschutz und komplette Ausrüstung tragen, die der Verein regelmässig überprüft.

Korrekter Körperkontakt

Auch die Prävention durch gezieltes Training im Verein spielt eine wichtige Rolle. Spielerinnen und Spieler sollen früh lernen, wie Körperkontakt korrekt ausgeführt wird, um Verletzungen bei sich selbst und anderen zu vermeiden. Kraft-, Koordinations- und Stabilisationstraining, insbesondere für Rumpf, Nacken und Knie, stärkt den Körper und verringert das Verletzungsrisiko bei Stürzen oder Zusammenstössen.

Förderung von Fairplay und Respekt

Darüber hinaus ist die Förderung von Fairplay und Respekt entscheidend. Trainerinnen, Betreuer und erfahrene Spielerinnen und Spieler haben eine Vorbildfunktion und können zu einem verantwortungsvollen Spielstil beitragen. Eine respektvolle Spielkultur senkt die Anzahl unnötig harter Zweikämpfe und gefährlicher Situationen.

Massnahmen im Verein

Im Verein lässt sich das Verletzungsrisiko der Spielerinnen und Spieler mit gezieltem Training reduzieren. Kraft- und Stabilitätsübungen stärken Knie, Rumpf und Nacken. Ausserdem lernen die Spielerinnen und Spieler, Stürze und Zusammenstösse richtig aufzufangen. Aufwärmen vor dem Training und Dehnen danach schützt den Körper und macht ihn fit fürs Spiel.

Zum Warenkorb
0