Medienmitteilung | 27. Oktober 2026

Mehr Licht im Strassenverkehr Doch mangelnde Sichtbarkeit bleibt zentrales Risiko

Immer mehr Personen auf dem Velo oder E-Bike machen sich im Dunkeln sichtbar. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der BFU. Trotzdem unterschätzen viele, dass Licht allein nicht immer genügt, um rechtzeitig gesehen zu werden. Seit 20 Jahren erinnern die BFU und die Polizei am Tag des Lichts am 5. November daran: Sichtbarkeit kann Leben retten.

Die BFU veröffentlicht neue Ergebnisse zur Sichtbarkeit von Velo- und E-Bike-Fahrenden. Die Entwicklung ist erfreulich: Zwischen 2022 und 2025 stieg der Anteil derjenigen, die bei Dämmerung und Dunkelheit mindestens eine Sichtbarkeitshilfe am Körper tragen und die Velolichter eingeschaltet haben, von 14 auf 28 %. Damit hat sich der Anteil der Zweiradfahrenden, die sich optimal sichtbar machen, in drei Jahren verdoppelt. Zum Einsatz kommen dabei beispielsweise reflektierende Bänder, Leuchtwesten oder Helme mit reflektierenden Elementen.

Aufgeschlüsselt nach Zweiradtyp zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede: Optimal sichtbar sind 21 % der Personen auf Velos, 36 % auf langsamen E-Bikes und 56 % auf schnellen E-Bikes. Trotz der positiven Entwicklung nutzt weiterhin nur eine Minderheit die Kombination aus Licht und zusätzlichen Sichtbarkeitshilfen. Vor allem auf dem klassischen Velo besteht weiterhin grosses Präventionspotenzial. Wer zusätzlich zum Licht reflektierende Elemente und helle Kleidung trägt, verbessert die eigene Sichtbarkeit deutlich und senkt damit sein Unfallrisiko.

Warum Licht allein nicht immer genügt

Die Wahrnehmungsforschung zeigt: Sehen und gesehen werden sind nicht dasselbe. Wer auf dem Velo oder E-Bike die Scheinwerfer eines anderen Fahrzeugs schon von Weitem wahrnimmt, wird deshalb nicht automatisch selbst frühzeitig gesehen. In der Dämmerung und Dunkelheit sind insbesondere Kontraste zur Umgebung und Bewegung relevant. Reflektierende Materialien erzeugen einen deutlichen Kontrast zur dunklen Umgebung und helfen, früher wahrgenommen zu werden.

Besonders wirksam sind Sichtbarkeitshilfen an den Köperpartien, die sich beim Velo- und E-Bikefahren bewegen, also an Knöcheln oder auch am Helm: Bewegungen liefern dem Gehirn zusätzliche Hinweise darauf, dass es sich um eine Person handelt. Sichtbar zu sein, bedeutet nicht primär, möglichst hell zu sein, sondern so früh wie möglich als Person erkannt zu werden.

Der 5. November 2026 ist der 20. Tag des Lichts 

Seit 20 Jahren machen die BFU und die Polizei am Tag des Lichts gemeinsam auf die Bedeutung der Sichtbarkeit im Strassenverkehr aufmerksam. Zum Jubiläum lancieren sie eine neue gemeinsame Sensibilisierungskampagne mit einer einleuchtenden Botschaft: Nur wer leuchtet, wird von Weitem gesehen. Im Zentrum stehen Sternbilder, die Velos, Trottinetts oder Fussgängerinnen und Fussgänger darstellen. Die Analogie dahinter: So wie Sterne erst durch ihr Leuchten sichtbar werden, müssen sich auch Verkehrsteilnehmende sichtbar machen, um rechtzeitig erkannt zu werden. Die Botschaft ist nach 20 Jahren aktueller denn je. Denn auch wenn heute deutlich mehr Menschen mit Licht unterwegs sind, bleibt Sichtbarkeit ein entscheidender Sicherheitsfaktor im Strassenverkehr.

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