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Risikomanagement
Risikomanagement

Vielfältige Aktivitäten gehören zum Schulalltag, ermöglichen Entwicklung, machen Spass und sind erst noch gesundheitsfördernd. Ein bewusstes und systematisches Risikomanagement ermöglicht diese Aktivitäten.

Das Risikomanagement bzw. die Unfallprävention in Schulen soll auf pädagogisch verträgliche Art umgesetzt werden, denn Kinder und Jugendliche sollen und müssen Erfahrungen machen dürfen. Dazu braucht es jedoch sichere und verantwortungsvoll abgesteckte Rahmenbedingungen. Nur mit so gestalteten Freiräumen kommen Schulen ihrer Obhutspflicht nach.

Folgende drei Schlüsselfragen sind beim Risikomanagement von zentraler Bedeutung. Sie müssen im Schulalltag handlungsleitend sein:

  • Was kann passieren?
  • Warum kann es passieren?
  • Wie kann es verhindert werden?

 

Die bfu empfiehlt, das Risikomanagement bzw. die Unfallprävention bewusst, systematisch und nachhaltig zu verankern. Das heisst, die Unfallprävention sollte konzeptionell verankert sein und im Schulalltag einen selbstverständlich zu berücksichtigenden Bestandteil bilden.

 

Anwendungsbereiche

Schulen sind Lebensraum und Lernort zugleich. Alle Akteure einer Schule (Behörden, Schulleitungen, Lehrpersonen, Hauswarte) sollten demnach dafür sorgen, dass der Lebensraum, bzw. die Infrastruktur, und das Lernen, bzw. die Aktivitäten, sicher sind. Grundsätzlich gilt, dass eine sichere Infrastruktur gewisse Fehler im Verhalten abmildert oder gar nicht zulässt. Die infrastrukturellen Sicherheitsmassnahmen dürfen den pädagogischen Auftrag aber nicht be- oder verhindern (Kernauftrag der Schulen).


Infrastruktur: bauliche und technische Sicherheit

  • Die günstige Gestaltung und Organisation des Lebensraums Schule in baulicher und organisatorischer Hinsicht trägt nachweislich zur Sicherheit bei (Schulzimmer, Gänge/Treppen, Anlagen und Installationen usw.).

 

Aktivitäten: sicheres Verhalten 

  • Die Sicherheit ist bei Aktivitäten bewusst und systematisch mitzuberücksichtigen, sowohl im Schulalltag (z. B. Werk- oder Sportunterricht) als auch auf Exkursionen bzw. bei Aktivitäten ausserhalb des Schulareals (z. B. Velotour, Schulreise).
  • Kinder und Jugendliche sollen risikokompetent werden, indem sie selber lernen, Risiken und Gefahren zu erkennen und die individuellen Einstellungen und Verhaltensweisen entsprechend zu reflektieren und zu steuern. Hierfür muss die «Sicherheit» im Schulalltag thematisiert werden.
  • Lehrpersonen sind Vorbilder, insbesondere für junge Kinder. Lehrpersonen müssen sich dessen bewusst sein und entsprechend handeln.

Prävention und rechtliche Aspekte

Folgende drei Präventionsstufen werden unterschieden:

 

Das Risikomanagement an Schulen muss alle drei Präventionsstufen umfassen. Am effektivsten ist es, wenn Primärprävention potenzielle Unfälle bereits im Ansatz verhindern kann. Kommt es dennoch zu einem Unfal – was nie ganz ausgeschlossen werden kann, so ist es wichtig, dass auch auf sekundärer Stufe alle notwendigen Vorkehrungen getroffen wurden und bei Bedarf auf tertiärer Präventionsstufe bestmöglich gehandelt wird (z. B. Erste Hilfe, Rettungskette).

In rechtlicher Hinsicht gilt es das Haftungsrisiko bereits auf Stufe der Primärprävention minimiert werden. Die Schule bzw. die jeweilige Lehrperson hat gegenüber dem einzelnen Kind eine Obhutspflicht. Lehrpersonen nehmen daher eine sog. Garantenstellung ein und sind im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit dafür verantwortlich, dass die ihnen anvertrauten Kinder körperlich und psychisch unversehrt sind und bleiben. Sie haben Gefahren vorausschauend einzuschätzen, die anvertrauten Schülerinnen und Schüler zu beaufsichtigen und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen. Das Mass der Sorgfalt in der Beaufsichtigung lässt sich nicht allgemeingültig umschreiben; es richtet sich nach den Verhältnissen im Einzelfall und hängt von diversen Faktoren wie Alter, Entwicklungsstand, Charakter der Schülerinnen und Schüler ab.

Wenn sich bspw. ein Kind trotz aller Vorsichtsmassnahmen im Rahmen des Unterrichts verletzt, kann das für die verantwortliche Lehrperson rechtliche Konsequenzen haben. Diese können strafrechtlicher (Sanktion), zivilrechtlicher (Schadenersatz) und / oder disziplinarischer Art (z. B. Verweis) sein. Ob und wer letztlich rechtlich zur Verantwortung gezogen wird, hängt immer von den konkreten Umständen ab und kann nicht generell gesagt werden. Doch in der Regel kann einer Lehrperson, die die eigenen Standesregeln einhält, die die Weisungen der Vorgesetzten beachtet und die im Einzelfall erforderlichen zumutbaren Vorsichtsmassnahmen trifft, in einem Verfahren wenig vorgeworfen werden. 

 

 

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