Motorräder machen nur rund 3 % der Fahrleistung im motorisierten Strassenverkehr aus. Trotz-dem betreffen 27 % aller schweren Verkehrsunfälle auf Schweizer Strassen Töfffahrerinnen und Töffffahrer. Gemessen an den gefahrenen Kilometern ist das Risiko, mit dem Töff schwer zu verunfallen, bis zu 60-mal höher als mit dem Auto. Diese grosse Differenz zeigt, wie dringend eine koordinierte Präventionsstrategie ist, die bei Ausbildung, Infrastruktur, Technik und Schutzverhalten ansetzt.
BFU-Roadmap zur nachhaltigen Unfallreduktion
Aus der Unfallforschung ist bekannt, dass Unfälle meist nicht durch einen einzelnen Faktor entstehen, sondern durch das Zusammenspiel mehrerer Risiken. Für eine messbare Verbesserung der Sicherheitslage braucht es auf mehreren Ebenen griffige Massnahmen. Deshalb fordert die BFU von der Politik und der öffentlichen Hand entschlosseneres Handeln. Die zentralen Handlungsfelder:
- Infrastruktur: Motorradgerechtere Strassenplanung und Entschärfung von Unfallschwerpunkten, etwa durch Unterfahrschutz bei Leitplanken und Hervorhebung von Kurven mit Leitpfeilen
- Mindestalter: Anhebung der Altersgrenze für Motorräder mit 125 ccm wieder auf 18 Jahre
- Vollzug: Präventive Geschwindigkeitskontrollen auf unfallbelasteten Strecken
- Fahrzeuge und Technik: verstärktes Bewusstsein für den Nutzen von Assistenzsystemen wie dem Kurven-ABS sowie für den technischen Zustand der Motorräder
- Schutzausrüstung: Förderung des konsequenten Tragens von Schutzkleidung
- Sensibilisierung und Ausbildung: Stärkung von Gefahrenbewusstsein, defensiver Fahrweise und realistischer Selbsteinschätzung
Schutzausrüstung: Viele fahren ohne Schutzbekleidung
Die Motorradfahrenden können viel für ihren eigenen Schutz tun. So sollte das konsequente Tragen der persönlichen Schutzausrüstung selbstverständlich sein, doch eine neue Kurzanalyse der BFU zeigt Handlungsbedarf:
- Helm, Schutzjacke, Protektoren und feste Stiefel reduzieren das Verletzungsrisiko deutlich, werden aber nicht immer getragen.
- Gerade bei hohen Temperaturen oder kurzen Fahrten verzichten viele Motorradfahrende auf vollständige Schutzkleidung – ein Verhalten, das das Risiko, sich schwer zu verletzen, stark erhöht.
Mit gezielten Sensibilisierungsmassnahmen stärkt die BFU deshalb das Bewusstsein für den Nutzen von Schutzbekleidung und deren richtige Anwendung.
Die wichtigsten Empfehlungen der BFU für Motorradfahrende
- Defensiv und vorausschauend fahren, Blickkontakt suchen
- Geschwindigkeit situativ anpassen, nicht nur an Limits
- Volle Schutzausrüstung konsequent tragen – Helm, Stiefel, Jacke und Hose mit Protektoren
- Regelmässig Weiterbildungen besuchen und das Motorrad technisch instand halten
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