Die BFU analysiert seit Jahren das Verhalten von Schwimmenden in Schweizer Seen und Flüssen. Die Erhebung 2025 zeigt, dass bereits gut 60 % in Flüssen ein Auftriebsmittel mitführen. Am häufigsten werden Schwimmbojen und Schwimmsäcke verwendet; sie machen über die Hälfte der genutzten Hilfen aus. Weit dahinter folgen etwa Schwimmnudeln und ähnliche Auftriebsmittel.
Dennoch könnten mehr Ertrinkungsunfälle verhindert werden. Beobachtungen zeigen: Fast 40 % gehen ohne Auftriebshilfe in fliessende Gewässer – obwohl diese im Notfall über Wasser halten kann. Je nach Standort bestehen deutliche Unterschiede. Faktoren wie die Länge der Schwimmstrecke, die Strömung oder die Wassertiefe beeinflussen die Gefahreneinschätzung.
Allein unterwegs: ein unterschätztes Risiko – besonders im Alter
Gemäss der BFU-Bevölkerungsbefragung 2025 geht rund jede fünfte Person allein ins Wasser; bei den über 64-Jährigen ist es sogar fast jede dritte Person. Gleichzeitig ist in dieser Alters-gruppe die Bereitschaft geringer, eine Schwimmboje oder einen Schwimmsack mitzuführen. Allein und ohne Auftriebsmittel zu schwimmen, erhöht das Risiko erheblich: Treten gesundheitliche Probleme oder Erschöpfung auf, fehlt oft schnelle Hilfe. Eine Schwimmboje ist in einer solchen Situation etwas zum Festhalten und kann vor dem Ertrinken bewahren.
Machbarkeit ist kein Problem – es ist Gewohnheitssache
Das Mitführen einer Schwimmboje ist mit dem Sicherheitsgurt im Auto oder dem Skihelm vergleichbar. Man trägt den Gurt oder den Helm nicht, weil man schlecht fährt, sondern, weil Unfälle jede und jeden ganz unerwartet treffen können.
Die gute Nachricht: Mehr als 80 % jener befragten Personen, die bereits eine Schwimmboje oder einen Schwimmsack mitführen, empfinden dies als gut machbar. Die Hürde liegt also nicht im praktischen Aufwand, sondern in der fehlenden Gewohnheit. Denn was einmal zur Routine wird, kostet keine Überwindung mehr.
Neue Kampagne zur Badesaison 2026
Mit der neuen Präventionskampagne «Nie ohne meine Boje» will die BFU genau das erreichen: Die Schwimmboje soll beim Baden in Seen und Flüssen selbstverständlich werden.
Die Kampagne richtet sich an alle, die in Seen und Flüssen schwimmen, unabhängig von Erfahrung und Alter. Neben einer breiten Sensibilisierung setzt die BFU auf direkte Aktionen vor Ort – dort, wo die Unfälle passieren. Kooperationen mit Rettungsorganisationen und Schwimmverbänden verstärken die Reichweite. Die Kernbotschaft ist einfach: Beim Schwimmen in offenen Gewässern gehört eine Schwimmboje immer dazu.
Hintergrund: Ertrinkungsunfälle in der Schweiz beim Baden und Schwimmen
In der Schweiz ertrinken jährlich durchschnittlich 50 Personen, 25 davon beim Baden und Schwimmen in Seen und Flüssen. Viele Betroffene gehen plötzlich unter, obwohl sie schwimmen können.
Nach wie vor sind Männer stark übervertreten: Sie machen rund 83 % der Todesfälle aus. Besonders hoch ist die Zahl der Ertrinkungsfälle bei den 15- bis 35-Jährigen sowie bei Personen ab 65. In der älteren Altersgruppe steigt der Anteil der Frauen deutlich, dennoch sind weiterhin mehr Männer betroffen.
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