Forschung & Statistik

Sicherheitsbarometer 2023 – Sicherheitsniveau im Schweizer Sport

Beim Sport verletzen sich in der Schweiz 430 000 Menschen pro Jahr. Dabei erleiden 15 000 schwere Verletzungen – Tendenz steigend. Das Sicherheitsbarometer Sport 2023 bewertet das aktuelle Unfallgeschehen im Sport und zeigt, wo die zentralen Herausforderungen liegen.

Vor allem bei Outdoor-Aktivitäten und im Spielsport verunfallen immer mehr Menschen schwer. Beim Wandern und Bergwandern sowie beim Mountainbiken ereignen sich heute fast eineinhalb Mal so viele schwere Unfälle wie noch vor zehn Jahren.

2014 schwere Unfälle gibt es jedes Jahr beim Wandern und Bergwandern.

Beim Fussball verletzen sich 2434 Menschen schwer.

436 schwere Moun­tain­bi­ke-Un­fäl­le geschehen pro Jahr.

Bei den Spielsportarten ist das Verletzungsrisiko beim Fussball am höchsten. Pro eine Million Stunden Fussballspielen verletzen sich 84 Personen schwer. Zum Vergleich: Beim Skifahren und in den anderen Spielsportarten wie Volleyball oder Eishockey sind es weniger als die Hälfte.

Gefahren am Berg und im Wasser reduzieren

Die meisten tödlichen Unfälle geschehen beim Bergsport wegen Abstürzen und im Winter aufgrund von Lawinen – beim Wassersport wegen Ertrinken. Die BFU empfiehlt deshalb, sich gezielt auf den jeweiligen Sport vorzubereiten. Dazu gehört zum Beispiel, eine Route zu planen, die nicht überfordert, die Wetterprognose zu prüfen sowie sich gut auszurüsten.

Sportverbände können helfen, Unfälle zu verhindern

Auch Sportverbände können dazu beitragen, ihre Sportart sicherer zu machen. Dazu gehören: Präventionskonzepte auf Verbandsebene schaffen, Trainerinnen, Schiedsrichter und Funktionäre entsprechend ausbilden, neue Spielformate einführen sowie Regelwerke anpassen.

Abstract

Sport im Trend – mehr Unfälle

Die Schweizer Bevölkerung treibt immer mehr Sport. Gleichzeitig steigt auch die Anzahl schwerer Sportunfälle. Bei Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Mountainbiken sowie in Spielsportarten – vor allem im Fussball – ist die Zahl der schweren Unfälle besonders stark gestiegen.

Die zunehmende Beliebtheit von Outdoor-Sportarten ist auch auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Zudem entspricht sie einem gesellschaftlichen
Trend, der sich bereits seit Jahren abzeichnet.

Frauen holen auf
Frauen haben einen grossen Anteil daran, dass in der Schweiz mehr Sport getrieben wird. Sie üben mittlerweile fast gleich häufig sportliche Aktivitäten aus wie die Männer. Wie bei den Männern steigt so auch bei den Frauen die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten. Im Vergleich zu den Männern hat aber bei den Frauen auch die Anzahl tödlicher Sportunfälle zugenommen.

Mehr schwer verletzte ältere Menschen

Eine Zunahme an schweren Unfällen gibt es auch
bei älteren Menschen. Das hängt einerseits damit zusammen, dass es immer mehr ältere Menschen gibt und dass sie mehr Sport treiben. Andererseits sind ältere Menschen verletzlicher als die jüngeren Sporttreibenden und erleiden deshalb bei Unfällen häufiger schwere Verletzungen.

Autor/-innen
Delphine Meier, Flavia Bürgi, Steffen Niemann

Publikationsjahr
2023

DOI-Nummer
10.13100/BFU.2.507.01.2023

Zitationsvorschlag
Meier D, Bürgi F, Niemann S. Sicherheitsbarometer 2023: Sicherheitsniveau im Schweizer Sport. Bern: BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung; 2023. DOI: 10.13100/BFU.2.507.01.2023

Zur Publikation

  • Sicherheitsbarometer 2023 – Sicherheitsniveau im Schweizer Sport

    Grundlagen A4 | 14 Seiten | 2.507 | DOI-Nr. 10.13100/BFU.2.507.01.2023
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