Politische Position

Velostrassen BFU hat Sicherheitsbedenken

Fünf Schweizer Städte haben in einem Pilotversuch Velostrassen getestet. Die BFU weist auf wichtige Sicherheitsaspekte hin.

Auf Velostrassen sollen Velos möglichst ungehindert fahren können – von ausserorts bis ins Ortszentrum. Sie liegen in Tempo-30-Zonen, in denen normalerweise der Rechtsvortritt gilt. Bei Velostrassen wird von dieser Regelung abgewichen: Die Velofahrerinnen und Velofahrer haben Vortritt.

Für Velostrassen gibt es heute in der Schweiz keine gesetzliche Grundlage. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat sie jedoch im Rahmen eines Pilotversuchs in den Städten Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich auf ausgewählten Strecken zugelassen.

Einschätzung der Sicherheit von Velostrassen


Die Auswertung des Pilotversuchs zeigt in Bezug auf die Sicherheitsauswirkungen von Velostrassen weder eindeutig positive noch negative Erkenntnisse. Untersuchungen im Ausland haben gezeigt, dass eine Velostrasse eine angemessene Verkehrsführungsform sein kann – sofern sie richtig konzipiert, geplant und umgesetzt wird.

Die BFU bewertet die in den Schweizer Städten umgesetzte Lösung aus sicherheitstechnischer Sicht als nicht optimal. So müsste der Vortrittsentzug bei den Nebenzufahrten eindeutiger erkennbar sein. Neben der klaren Signalisation in Form von Verkehrsschildern und Velopiktogrammen wären zudem weitere Massnahmen zwingend notwendig, beispielsweise Trottoirüberfahrten oder Vertikalversätze. Darüber hinaus dürfte es auf den Velostrassen aus Sicherheitsgründen zu keinem Durchgangs-verkehr mit Autos kommen: Die Zufahrtserlaubnis für den motorisierten Verkehr wäre auf den Zubringerdienst zu beschränken. Besonderes Augenmerk müsste auch parkierten Fahrzeugen gelten. Vor der Planung und Umsetzung von Velostrassen wären umfassende Abklärungen zur Verkehrssicherheit notwendig – unter Beizug der Infrastruktur-Sicherheitsinstrumente (ISSI).

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