Politische Position

Fahrerassistenzsysteme BFU für europäische Standards in der Schweiz

Dank Fahrerassistenzsystemen passieren auf den Schweizer Strassen weniger Unfälle. In vielen Autos sind sicherheitsrelevante Assistenzsysteme noch nicht serienmässig verbaut. Genau das wird eine neue EU-Verordnung ändern: In naher Zukunft müssen alle in der EU neu zugelassenen Fahrzeuge mit bestimmten Fahrerassistenzsystemen ausgestattet sein. Die BFU begrüsst diesen Schritt und sieht nun Handlungsbedarf in der Schweiz.

Ab Mitte 2022 müssen alle neuen Motorfahrzeuge, die auf den EU-Markt gebracht werden, mit modernen Sicherheitssystemen ausgestattet sein. Dieser Entscheid der EU ist aus Sicht der BFU ein wichtiges Signal für die Unfallprävention in der Schweiz.

Auch bei uns wird es dadurch notwendig, die technischen Zulassungsanforderungen für Strassenfahrzeuge anzupassen. Dabei bietet sich die Gelegenheit, den europäischen Sicherheitsstandard zu übernehmen. Aus Sicht der BFU ist es unerlässlich, dass auch in der Schweiz künftig nur noch Neuwagen eine Zulassung erhalten, die über sicherheitsfördernde Assistenzsysteme verfügen. Der Bund ist nun gefordert, die notwendigen Schritte einzuleiten.

Um diese Systeme geht es

Notbremsassistent: Dabei handelt es sich um ein aktives, automatisiertes Sicherheitssystem, das das Fahrzeug bei einer drohenden Kollision selbstständig abbremst. Dadurch lassen sich Kollisionen verhindern oder deren Konsequenzen abmindern. Notbremsassistenten sind in der Schweiz für neu zugelassene Personen- und Lieferwagen über 3,5 Tonnen bereits heute vorgeschrieben; künftig sollten sie auch für sämtliche Personenwagen zur serienmässigen Ausstattung gehören. Studien zeigen, dass jeder zweite Fahrzeuglenker, jede zweite Fahrzeuglenkerin vor Auffahrunfällen zu zögerlich oder gar nicht auf die Bremse tritt. Die Häufigkeit von Auffahrunfällen liesse sich bei Fahrzeugen mit Notbremsassistenten (inkl. Frontalkollisionswarnern) potenziell um 38 % bis 50 % reduzieren.

Notfall-Spurhalteassistent: Dieser unterstützt die Fahrerinnen und Fahrer dabei, das Fahrzeug in der Spur zu halten. Er greift spätestens dann ein, wenn das Fahrzeug die Spur verlässt oder kurz davor ist, sie zu verlassen. Das Abkommen von der Fahrbahn wegen Ablenkung, Müdigkeit oder Blendung kann zu schweren Unfällen führen. Rund jeder zehnte solche Unfall liesse sich mit Spurhalteassistenten vermeiden. Das System funktioniert nur, wenn Strassenmarkierungen vorhanden und gut lesbar sind.

Intelligenter Geschwindigkeitsassistent: Dieser weist die Fahrerinnen und Fahrer auf die geltende Geschwindigkeitsbeschränkung hin – beispielsweise mit Gegendruck am Gaspedal oder mit akustischen und optischen Signalen.

Neben den genannten Fahrerassistenzsystemen sind im EU-Raum für Neuwagen künftig auch Müdigkeits- und Konzentrationswarner sowie ein Rückfahrassistent obligatorisch. Zudem werden in Neuwagen weitere Sicherheitssysteme wie zum Beispiel Notbremslichter, Unfalldatenspeicher und präzise Reifendrucküberwachung obligatorisch.

smartrider.ch: alles rund um Fahrerassistenzsysteme

Auf smartrider.ch, dem neuen Webportal der BFU, können sich Personen, die ein Auto kaufen möchten oder bereits besitzen, schnell und einfach über die aktuellen Fahrerassistenzsysteme informieren und das zu ihren Bedürfnissen passende Modell finden. Es erklärt die Systeme mit attraktiven Animationen und bewertet ihren Sicherheitsnutzen. Welches Automodell über welche Systeme verfügt, lässt sich ganz einfach vergleichen.

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