Medienmitteilung | 1. Juli 2020

Mountainbike Zwei Drittel mehr Unfälle innert zehn Jahren

Immer mehr Menschen in der Schweiz fahren Mountainbike. Damit steigt auch die Zahl der Unfälle. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Verletzten um etwa 66 % auf 12 350 gestiegen. Während die meisten Mountainbikerinnen und Mountainbiker gemäss einer neuen BFU-Erhebung einen Helm tragen, sind andere Körperpartien schlecht geschützt, obwohl sie bei einem Unfall besonders exponiert sind.

Die Natur ruft: Das Freiheitsgefühl, welches das Mountainbike ausstrahlt, lockt Jahr für Jahr mehr Sportbegeisterte auf Mountainbike-Routen und -Pisten. Gemäss Sport Schweiz 2020 sind es ca. 20 % mehr als noch 2014. Die Kehrseite der Medaille: Die Zahl der Verletzten ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl um 66 % auf 12 350 Verletzte im Jahr 2017 gestiegen, 400 Personen verletzten sich schwer. Pro Jahr verlieren im Durchschnitt zwei Personen ihr Leben bei einem Mountainbike-Unfall.

E-Mountainbike im Aufwind

Diese starke Zunahme ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass es mehr Mountainbikerinnen und Mountainbiker gibt und diese insgesamt mehr Zeit auf dem Mountainbike verbringen. Verstärkt wird dieser Trend zudem durch das Aufkommen von E-Mountainbikes. Gemäss einer neuen BFU-Erhebung bei 2400 Mountainbikerinnen und Mountainbikern entlang von 40 beliebten Mountainbike-Pisten und -Routen in der Schweiz verfügten 19 % der Mountainbikes im Jahr 2019 über einen Elektroantrieb; 2017 lag dieser Anteil noch bei 6 %.

Laut Christoph Müller, Mountainbike-Experte bei der BFU, ist anzunehmen, dass auch weniger erfahrene Sportlerinnen und Sportler E-Mountainbikes nutzen. «Sie riskieren, sich zu überschätzen und tragen daher ein höheres Unfallrisiko. Es ist deshalb unerlässlich, die Wahl der Routen und Pisten den eigenen Fähigkeiten anzupassen.»

Mehrheit der Mountainbiker trägt Helm

Unabhängig davon, ob man auf dem Mountainbike routiniert oder noch unerfahren ist – mit der richtigen Ausrüstung kann man sich vor schweren Verletzungen schützen. Die Mehrheit aller Sportlerinnen und Sportler trägt auf der Piste einen Helm (97 %), eine Schutzbrille (83 %) oder Handschuhe (77 %). Nur wenige Mountainbikerinnen und Mountainbiker schützen dagegen ihre Schultern (29 %) und Ellbogen (32 %), obwohl etwa ein Viertel aller Verletzungen diese Körperpartien betrifft. Gemäss Christoph Müller sind Schulter- und Ellbogen-Protektoren gerade auf Mountainbike-Pisten oder in -Parks sehr zu empfehlen.

Worauf es beim sicheren Mountainbiken ankommt, zeigt die BFU in einem neuen Video:

Im Zentrum stehen folgende Tipps:

  • Helm, Sportbrille, Langfingerhandschuhe und Protektoren tragen
  • Tour wählen, die den eigenen Fähigkeiten entspricht
  • Konzentriert und defensiv fahren
  • Im Verkehr für gute Sichtbarkeit sorgen
  • Mountainbike von einer Fachperson warten lassen

Service

  • Erhebung 2019 – Tragquoten von Schutzartikeln beim Mountainbikefahren

    2.999, Fachdokumentation, Erhebung A4, 3 Seiten, auch erhältlich auf Französisch, Italienisch, Englisch
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