SPRACHE
bfu-Modell «Tempo 50/30»

​Das bfu-Modell Tempo 50/30 beschreibt die aus Sicht der Unfallverhütung ideale Regelung der Geschwindigkeiten innerorts. Es basiert auf der Unterscheidung in siedlungsorientierte) und verkehrsorientierte Strassen.

Die verkehrsorientierten Strassen sind die Hauptachsen, die für den fliessenden Verkehr attraktiv und leistungsfähig zu erhalten sind. Hier soll in der Regel Tempo 50 generell gelten. Die Sicherheit der schwachen Verkehrsteilnehmenden muss aber mit gestalterischen Massnahmen gewährleistet werden (sichere Fussgängerstreifen, Trottoir, Radstreifen).
Bei den übrigen Strassen handelt es sich um siedlungsorientierte Strassen. Auf diesen sollte flächendeckend die Höchstgeschwindigkeit 30 km/h gelten. Tempo 30 erhöht die Sicherheit und Wohnqualität und führt zu ruhigem Fahrverhalten. Studien belegen, dass die Anzahl und Schwere von Unfällen abnimmt. Die Wege für Schulkinder sind weniger gefährlich. Die verletzlicheren Verkehrsteilnehmenden fühlen sich sicherer und die Fahrzeuglenkenden verlieren kaum Zeit.

Es kann auch sinnvoll sein, Abschnitte von verkehrsorientierten Strassen in Ortszentren in Tempo-30-Zonen einzubeziehen. Aus Sicht der bfu sind dafür klare und zwingende Kriterien rechtlich festzuhalten. Auch darf die Gutachtenspflicht auf diesen Strassen nicht verwässert werden. Dadurch soll gewährleistet werden, dass Tempo 30 effektiv eingehalten wird und keinesfalls Schleichverkehr in Wohnquartieren entsteht.

Sichere Strassen sind das Ziel der bfu. Tempo-30-Zonen in Quartieren sind ein wichtiger Beitrag dazu (vgl. bfu-Position «Tempo-30-Zonen»).
Fahrzeuglenkende können durch ihr Verhalten die Sicherheit erhöhen. Die wichtigsten Empfehlungen:

  • Tempolimiten 50/30 strikte einhalten, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten.
  • Jederzeit mit spielenden Kindern rechnen. 
  • In Tempo-30-Zonen den Rechtsvortritt anderer Fahrzeuge beachten. 
     

November 2014

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