SPRACHE

Schwerpunkte – Volle Konzentration voraus.

 

Grundsätze für Schwerpunkte

Die bfu engagiert sich im Strassenverkehr, Sport sowie im Bereich im und ums Haus. Die Mittel für Unfallprävention sind nicht unerschöpflich, weshalb sie sich auf Schwerpunkte konzentriert. Dabei berücksichtigt sie folgende Grundsätze: 

  • Das tatsächliche Unfallgeschehen bestimmt die Schwerpunkte. Die bfu engagiert sich also dort, wo sich viele Unfälle mit schweren Folgen ereignen. Sie berücksichtigt gleichzeitig die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung.
  • Präventionsmassnahmen basieren auf Good-Practice-Erkenntnissen aus der Forschung.
  • Unfälle sollen vermieden werden. Wenn nicht anders möglich, sollen mindestens die Folgen gemindert werden.
  • Verhältnisprävention ist wirkungsvoller und nachhaltiger als Verhaltensprävention.
  • Massnahmen sollen wirtschaftlich sowie politisch und gesellschaftlich akzeptiert sein.
  • Unfreiwillig eingegangene Risiken und Fremdgefährdung werden höher gewichtet als freiwillig eingegangene Risiken und Selbstgefährdung.

 

Schwerpunktprogramme

Die bfu führt Schwerpunktprogramme durch. Damit will sie erreichen, dass die Unfallschwerpunkte prioritär und koordiniert angegangen werden. Die verschiedenen Aktivitäten der bfu und ihrer Partner sollen aufeinander abgestimmt sein, ohne dass Doppelspurigkeiten oder Lücken entstehen.

Schwerpunktprogramme laufen entsprechend dem Präventionskreislauf in fünf Phasen ab. Sie dauern in der Regel vier bis sechs Jahre. Aktuell führt die bfu Schwerpunktprogramme zu den Themen Neulenker, Schneesport, Fahrrad, Stürze, Motorrad, Bergsport (Sommer) und Geschwindigkeit durch.

 

Schwerpunkte im Strassenverkehr

 

Unter Anwendung des Kriteriums Getötete und Schwerverletzte ergeben sich folgende Unfallschwerpunkte:

  • Neulenker
  • Motorrad
  • Fahrrad
  • Geschwindigkeit
  • Müdigkeit und Ablenkung
  • Senioren

Herausforderungen sind die stagnierende Anzahl der Schwerverletzten, die Zunahme des Anteils schwacher Verkehrsteilnehmender sowie die Zunahme der Altersdefizite und Krankheiten.

Mehr dazu finden Sie in unseren Sicherheitsdossiers zu Strassenverkehrsthemen.

 

Schwerpunkte in Sport und Bewegung

 

Die Schwerpunkte im Unfallgeschehen und damit auch die Haupttätigkeitsfelder der Sportunfallprävention sind:

  • Schneesport (Ski-, Snowboard- und Schlittenfahren)
  • Radfahren abseits der Strasse
  • Bergsport (Bergwandern und Bergsteigen, Touren- und Variantenfahren)
  • Wassersport (Ertrinken)
  • Fussball

Die Herausforderung besteht darin, dass die Vielfalt der Sportarten zugenommen hat, der Sport weniger organisiert ist (weniger Vereinssport), es mehr Anfänger und Ungeübte gibt und die Expositionszeiten vor allem bei den über 45-Jährigen zunehmen.

Eine umfassende Darstellung der Präventionsschwerpunkte im Sport finden Sie im «Sicherheitsdossier Unfallforschung Sport».

 

Schwerpunkte im und ums Haus

 

Mit 1500 Getöteten verlieren in der Schweiz jedes Jahr fast elfmal so viele Personen zu Hause und bei Freizeitaktivitäten ihr Leben wie beim Sport und fast fünfmal so viele wie im Strassenverkehr. Über vier Fünftel davon sterben infolge eines Sturzes. Betroffen sind zu einem grossen Teil ältere Menschen. Entsprechend engagiert sich die bfu hauptsächlich in der Sturzprävention.

Punktuelle Massnahmen ergreift sie im Zusammenhang mit Verletzungen durch Werkzeuge und Geräte, Scherben und Bleche sowie in Bezug auf Erstickungsunfälle.

Eine gesamtheitliche Darstellung des Unfallgeschehens im und ums Haus finden Sie im Sicherheitsdossier «Haus und Freizeit».