SPRACHE

Die bfu – Geschichte

1938–1950

1938

  • Am 12. Oktober 1938 gründen der Direktor der Suva und der Präsident der Unfalldirektoren-Konferenz die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung.
  • Emil Joho leitet die bfu, ihm steht eine Halbtags-Sekretärin zur Seite.
  • In ihrem ersten Jahr saniert die bfu den Stadtplatz in Chur, organisiert einen Skilehrerkurs und gibt mit einer Schutzvorrichtung für Sensen die erste Produkteempfehlung ab.

 1942

  • Das erste bfu-Plakat gegen Alkohol am Steuer will abschrecken.
  • In landwirtschaftlichen Betrieben explodieren mehrere Kartoffeldämpfer. Die bfu gibt Empfehlungen zur Vermeidung solcher Unfälle.

1944

Zum Schutz der jüngsten Verkehrsteilnehmenden besuchen Verkehrsinstruktoren die Schulen. Die bfu unterstützt diese bei ihrer Arbeit.

 

 

​1945

Die bfu führt erste Versuche mit Skibindungen durch, die ausklinken.

 

1946

Die bfu veröffentlicht die Wegleitung für Anlage, Unterhalt und Markierung von Abfahrtspisten und Skirouten. Das ist die Geburtsstunde der blauen, roten und schwarzen Pisten. 

 

​1949

  • Die Haltepflicht an Stoppschildern wird in die Signalisationsverordnung aufgenommen, nachdem die bfu und der Schweizerische Strassenverkehrsverband die Regelung getestet haben.
  • Um die Qualität der Pistenpatrouillen auf Skipisten zu verbessern, erstellen die bfu und der Schweizer Skiverband ein Reglement: Ausgebildete Pistenpatrouilleure werden mit Ehrenwimpeln ausgezeichnet.

 

​1950

  • Erste nationale Verkehrssicherheitskampagne: «Vorsicht – Kinder».
  • Verkehrsunfälle nehmen stark zu. Die bfu beantragt ein Obligatorium, wonach alle Fahrzeuge mit einem Geschwindigkeitsmesser ausgestattet werden müssen.

 

 

 

​1951–1960

​1951

Die bfu lanciert die Idee der Schülerpatrouilleure.

​1952

Die bfu verbreitet Sicherheitstipps infolge explodierender Dampfkochtöpfe.

 

​1954

  • Das bfu-Signet «Sicherheit sei unsere Losung» wird durch einen mit zwei Schilden geschützten Menschen ersetzt.
  • Vermehrt werden innerorts Kreisel mit Rechtsvortritt gebaut.


 

 

1956

Die PTT geben eine Sondermarke mit dem Sujet «Achtung Kinder» heraus.

 

​1958

Emil Joho, der erste bfu-Direktor, verstirbt in seiner Amtszeit. Sein Nachfolger wird Robert Walthert.

​1959

Nach dem Vorbild von Schweden, wo die Anzahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen dank Sicherheitsgurten um die Hälfte gesunken ist, setzt sich die bfu für das Gurtentragen in unserem Land ein.

​1960

  • Erstmals machen Mahnwände auf Ausserortsstrassen und Autobahnen auf Gefahren im Strassenverkehr aufmerksam.
  • Kohleheizungen werden durch Gas- und Heizölöfen ersetzt. Durch improvisierte Montagen häufen sich Brände, Exlosionen und Abgasprobleme.

 

 

 

 

​1961–1970

1961

  • Die bfu fördert in den Sportgeschäften die Verbreitung des ersten Geräts zur Einstellung von Skibin­dungen.
  • Die bfu zieht ins Suva-Haus an der Laupenstrasse 11 in Bern.

 

​1964

  • Wer mit mehr als 0,8 Promille fährt, macht sich strafbar.
  • Mit dem Plakat «Nur Hühner hühnern über die Strasse» lanciert die bfu ein vielbeachtetes und äusserst umstrittenes Plakat.

 

​1967

  • Das Interesse an der Verhütung von Haushaltsunfällen steigt: Die bfu stellt Dias zur Verfügung, die für die Risiken sensibilisieren.
  • Die Mode verlangt Bleistiftabsätze (Stöckelschuhe). Die Zahl der dadurch verursachten Stürze schnellt in die Höhe.

 

​1969

  • Die bfu wehrt sich gegen eine «Übersignalisierung» auf Schweizer Strassen.
  • Der Basler Grafiker Edi Hauri gestaltet eines der einprägsamsten Plakate mit dem Sujet «Achtung Kinder» auf rotem Grund.
  • Explosionen von Rahmbläsern sorgen für Schlagzeilen.

 

​1970

  • Die bfu lanciert ein Gütezeichen für Skibindungen.
  • Fernsehbrände häufen sich.

 

 

​1971–1980

​1971

  • Der Einbau von Sicherheitsgurten auf den Vordersitzen von Personen-, Lieferwagen und Kleinbussen wird vorgeschrieben.
  • Kinder verunfallen übermässig oft auf Rolltreppen.

 

​1973

Nach einem englischen Vorbild schafft die bfu das Netzwerk der bfu­Sicherheitsdelegierten. Ende 2012 gibt es rund 1200 dieser Fachpersonen.

​1974

Rollbretter werden zu einer Quelle von Unfällen. Gemeindebehörden werden eingeladen, spezielle Übungsplätze zu bezeichnen.

 

​1976

  • Zusammen mit der EMPA St.Gallen und dem Gerichtsmedizinischen Institut (GMI) Zürich stellt die bfu Mindestanforderungen für Motorrad-und Mofa-­Schutzhelme auf. Gestützt darauf wird ein Gütezeichen (Qualitätssignet) geschaffen.
  • Geburtsstunde des Slogans «Kluge Köpfe schützen sich».
  • Das Bundesgesetz über die Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten (STEG) tritt in Kraft.

 

​1977

Erste Versuche mit sogenannten «Haifischzähnen» an Verzweigungen ohne Vortritt.

 

​1979

  • Zusammen mit der ETH Lausanne lanciert die bfu ein elektronisches Bindungseinstellgerät.
  • Rutschhemmende Teppiche und Türvorleger werden mit einem bfu-Gütezeichen gekennzeichnet.

 

​1980
  • Halbjährlich erhalten Eltern die bfu-Kinderpost. Diese informiert über die jeweiligen Unfallgefahren und entsprechenden Massnahmen bei Kindern bis 6 Jahre. 2007 wird die Serie bis zum 8. Lebensjahr erweitert.
  • Der 1000. Sicherheitsdelegierte wird ernannt.
  • Unfälle mit Rasenmähern häufen sich.


 

​1981–1990

​1981

  • Das Tragen der Sicherheitsgurten auf den Vordersitzen wird obligatorisch.
  • Gleichzeitig wird die Helmtragpflicht für Motorradfahrer eingeführt.
  • Robert Walthert wird pensioniert. Neuer bfu-Direktor wird Dr. Heinz Jung.

 

​1982

  • Die bfu geht als «mobile bfu» zur Bevölkerung.
  • Gemeinsam mit dem Bund Schweizerischer Frauenorganisationen, Pro Senectute, dem Schweizerischen Roten Kreuz und dem Schweizerischen Samariterbund startet die bfu die Aktion «Sicherheit auf Schritt und Tritt».

 

​1984

  • Die Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h innerorts wird eingeführt. 5 Jahre später werden 80 km/h ausserorts und 120 km/h auf Autobahnen in einer Volksabstimmung bestätigt.
  • Riesenrutschbahnen in Schwimm- und Hallenbädern werden populärer. Die bfu erarbeitet Wegleitungen für deren Anlage und Betrieb.
  • Umwandlung der bfu in eine private Stiftung. Im Stiftungsrat sind die Suva sowie private Versicherer vertreten.

 

​1985

  • Jeder dritte Sportunfall ereignet sich beim Fussball. Die bfu veröffentlicht mit Partnern «Tipps für sicheres Fussballspiel».
  • Der Fehlerstromschutz wird bei Neu- und Umbauten von Badezimmern sowie für Elektrogeräte im Freien vorgeschrieben.

 

​1986

Die bfu entwickelt einen Kinderherdschutz, der sich an den meisten Kochherdsystemen montieren lässt.

 

​1988

Die bfu feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. Sie mietet SBB-Waggons und PTT-Wagen, in denen sie den Besucherinnen und Besuchern eine Ausstellung über ihre Aktiväten zeigt.

 

​1989

Die Aktion «Sicherheit à la carte» gibt Empfehlungen zur sicheren Ausgestaltung und Einrichtung der Küche sowie zu sicherem Arbeiten in der Küche.

 

​1990

  • Die Helmtragpflicht für Mofalenkende tritt in Kraft.
  • Suva, EMPA und bfu erarbeiten ein Reglement für die Prüfung von rutschhemmenden Schuhsohlen und Bodenbelägen im Hinblick auf ein bfu-Gütezeichen.

 

 

​1991–2000

​​1991
  • Die bfu-Skivignette wird eingeführt. Damit sollen Skifahrerinnen und Skifahrer dazu angehalten werden, ihre Skibindung vor jeder Skisaison einstellen zu lassen.
  • Zusammen mit dem Schweizer Fernsehen ist die bfu für die Inhalte der Spielesendung «Telerallye» verantwortlich.

​1993

  • Publikation einer grossen bfu-Kinderunfallstudie. Die Studie basiert auf rund 7000 ausgewerteten Unfällen von Kindern. Fazit: Hochgerechnet müssen jährlich 120 000 Kinder ärztlich behandelt werden.
  • Eine Studie über das Unfallgeschehen beim Snowboarden zeigt den Handlungsbedarf bei der neuen Sportart auf.

 

​1994

  • Die Aktion «Ritter der Strasse» feiert ihr 25-­jähriges Bestehen. Sie ehrt Menschen, die Mut zeigen und Strassenbenützende aus Gefahrensituationen retten. Bis Ende 2012 sind 444 Personen zu Rittern der Strasse ernannt worden.
  • Neue Vorschriften für Fussgänger beim Überqueren des Fussgängerstreifens treten in Kraft: Das Handzeichen wird abgelöst durch das erkennbare Bekunden des Fussgängers, den Streifen überqueren zu wollen. Die Lenkenden müssen dann den Vortritt gewähren.
  • Einführung der Gurtentragpflicht auf Rücksitzen von Fahrzeugen.
  • Dr. Heinz Jung wird pensioniert. Peter Hehlen wird neuer Direktor der bfu.

 

​1995

  • Die bfu beschliesst, das Magazin «Reflexe» herauszugeben. Es soll zweimal im Jahr erscheinen und an alle Haushalte verteilt werden.
  • Die bfu richtet in der Romandie eine Medienstelle ein.

 

​1997

  • Erstmals führt die bfu eine Zählung der Benutzung von Kinderrückhaltesystemen durch. Ergebnis: 70 % der Kinder bis 12 Jahre werden im Auto gesichert.
  • «Never without» sagt Roger Moore – ehemals James-Bond-Darsteller –  im Spot und meint das Fahren ohne gültige bfu-Skivignette auf den Skis.

 

​1998

  • Erstmals wird das Tragen von Velohelmen unter die Lupe genommen. Ergebnis: durchschnittliche gesamtschweizerische Tragquote von 14 %.
  • Mit der Kampagne «Dummies never die» will die bfu Unfälle im Sport und im Strassenverkehr verhindern.

 

​1999

  • Geburtsjahr der «Vision Zero» im Strassenverkehr.
  • Alle zwei Jahre wird ein mit 15 000 Franken dotierter Preis an Gemeinden verliehen, die sich für die Sicherheit engagieren.


 

​2001–2013

​2001

Beginn eines sechs Jahre dauernden Präventionsprogramms zur Promotion von Hüftprotektoren für sturzgefährdete Personen.

​2002

Zusammen mit fünf anderen Institutionen präsentiert die bfu an der Expo.02 die Ausstellung SIGNALSCHMERZ.

 

​2004

  • Peter Hehlen wird pensioniert. Dr. Brigitte Buhmann übernimmt am
    1. Januar die Direktion der bfu. Sie räumt der Kommunikation einen zentralen Stellenwert ein.
  • Die bfu steigt in die betriebliche NBU-Prävention ein.
  • Die bfu lanciert die Kampagne «1 Glas ist o. k.» und handelt sich eine Klage des Schweizerischen Branchenverbands Wein ein, die sie jedoch erfolgreich abwendet.

 

​2005

  • Der zulä̈ssige Blutalkohol-Grenzwert beim Fahren wird von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt.
  • Die Zweiphasenausbildung zum Erlangen des Führerausweises tritt in Kraft.
  • Aufbau eines Kurszentrums nach dem Motto «teach the teachers».
  • Der SINUS-Report – eine Publikationsreihe, die jährlich über das Sicherheitsniveau und Unfallgeschehen im schweizerischen Strassenverkehr Auskunft gibt – erscheint erstmals.

 

​2007

Die Kampagne «1000 Unfälle pro Tag. Schütze Dich» will vor allem die jungen Schneesportler für das Thema sensibilisieren.

 

2008

  • Im 70. Jahr ihres Bestehens zieht die bfu in neue Büroräumlichkeiten an der Hodlerstrasse 5a, vis-à-vis des Kunstmuseums Bern.
  • Erstmals erscheint «sicher leben», das Magazin für Präventionspartner.

 

​2009

  • Die 2005 gestartete Sicherheitsgurten-Kampagne endet. Die Tragquote im Tessin ist von 55 auf 83 Prozent gestiegen.
  • Franky Slow Down, ein weiss gekleideter Engel, wirbt mit grossem Erfolg für angepasste Geschwindigkeit im Strassenverkehr.

​2010

Lancierung des Schwerpunktprogramms «Stürze». Ziel: markante Reduktion der rund 300 000 Sturzunfälle.

 

​2011

  • 81 % der Skifahrerinnen und Skifahrer tragen einen Helm, im Gegensatz zu 16 % im Winter 2002/03.
  • Mit grossem Erfolg führt die bfu ihre 20. Verkehrsinstruktoren-Tagung mit rund 270 Teilnehmenden durch.

 

​2012

Das Parlament verabschiedet das Handlungsprogramm Via sicura, das auf einem bfu­-Grundlagenbericht basiert.

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2013

Die bfu feiert ihr 75-jähriges Bestehen unter dem Motto «75 Jahre mit Voraussicht». Sie entwickelt eine interaktive Präventionsausstellung und wird mit einer Jubiläumsbriefmarke geehrt. Mehr zum Jubiläum





​​2014
  • Ein Schwergewicht in ihrer Arbeit legt die bfu auf Betriebe. Für KMU lanciert sie ein fixfertiges Präventionspaket: das bfu-SafetyKit.
  • Für mehr Sic​herheit in der Strassenverkehrsinfrastruktur sorgen die ISSI-Instrumente. Die bfu führt erste Beratungen durch und schult die Sicherheitsbeauftragten der Kantone.​​





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2015

Grosser Auftritt der neuen bfu-Präventionsfiguren für die Kleinsten: die Pylonis. Sie dienen den Verkehrsinstruktorinnen und -instruktoren dazu, den Kindern sicheres Verhalten als Fussgänger im Strassenverkehr zu lehren.