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Neulenker-Unfälle
Neulenker-Unfälle

Die Haltung der BFU

Berichte in den Medien über ein angeblich von der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU gefordertes Wochenend-Nachtfahrverbot für junge Neulenker in der Probephase sind teilweise auf Unverständnis gestossen. So auch bei Nationalrat Mike Egger (SVP/SG), der in diesem Zusammenhang am 3. Juni 2019 eine Frage an den Bundesrat gerichtet hat (Geschäft 19.5243).

Die Berichte in den Medien waren in mehreren Punkten unzutreffend. Sie basieren auf einem neuen Forschungsdossier der BFU, das bruchstückhaft in den Medien zitiert wurde.

Die BFU legt deshalb Wert auf folgende Erläuterungen:

Junge Erwachsene haben als Autofahrer und Autopassagiere ein besonders hohes Unfallrisiko – das ist leider eine traurige Tatsache. Von 2013 bis 2017 kamen bei Verkehrsunfällen pro Jahr durchschnittlich 32 junge Erwachsene ums Leben, 450 wurden jährlich schwer verletzt. Viele Unfälle passieren in Wochen-endnächten; ebenfalls ist bekannt, dass gleichaltrige Passagiere bei Junglenkern das Unfallrisiko markant erhöhen.

Als Kompetenzzentrum forscht und berät die BFU, damit in der Schweiz weniger folgenschwere Unfälle geschehen. Im Rahmen dieser Aufgabe hat sie kürzlich ein «Sicherheitsdossier» zu jungen Erwachsenen im Strassenverkehr veröffentlicht (hier als PDF verfügbar).

In diesem Dossier untersucht die BFU unter anderem, welche Massnahmen es weltweit gibt, um junge Erwachsene im Strassenverkehr besser zu schützen. Tatsächlich haben mehrere Regionen in den USA und in Australien das Autofahren von Neulenkern mit Restriktionen belegt – etwa mit eingeschränktem Mitführen junger Passagiere oder mit Fahrverboten in Wochenendnächten. Die Auswirkungen auf die Unfallzahlen waren in diesen Regionen positiv.

Die BFU geht einerseits davon aus, dass solche Massnahmen auch in der Schweiz eine positive Wirkung auf das Unfallgeschehen hätten. Andererseits ist sie sich bewusst, dass solche Einschränkungen in der Schweiz wohl nicht die notwendige Akzeptanz finden würden. An keiner Stelle im Dossier wird eine sol-che Massnahme für die Schweiz gefordert; die BFU stellt diese lediglich zur Diskussion und regt eine «Prüfung der gesellschaftlichen Akzeptanz und politischen Machbarkeit zusätzlicher Restriktionen in der Probephase» an.

Die hohen Unfallzahlen bei jungen Autofahrern zeigen, dass in Bezug auf die Sicherheit grössere An-strengungen notwendig sind. Ein Augenmerk ist aus Sicht der BFU auf die Fahrausbildung zu richten: Elementar ist die Sensibilisierung für Themen wie Geschwindigkeit, Alkohol, Ablenkung am Steuer oder Beeinflussung durch Passagiere. Der Nutzen verschiedener Fahrassistenzsysteme sollte ebenfalls schon in der Fahrausbildung aufgezeigt werden.​

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