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Hüftprotektor – wirksamer Schutz gegen Frakturen im Alter
Hüftprotektor – wirksamer Schutz gegen Frakturen im Alter

​bfu-Fachtagungen: vermehrter Einsatz in Heimen und Spitälern

Jedes Jahr erleiden in der Schweiz über 8000 ältere Menschen eine Hüftfraktur als Folge eines Sturzes. Protektoren – in die Unterwäsche integrierte respektive einsetzbare harte Schalen oder weiche Polster – reduzieren dieses Risiko um rund 40 Prozent. An drei Fachtagungen in Bern, Winterthur und Lausanne propagiert die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu den vermehrten Einsatz von Hüftprotektoren in Heimen und Spitälern, um die Lebensqualität der Senioren zu verbessern.

Die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu verfolgt seit Jahren ein ambitiöses Programm zur Sturzprävention und Förderung des Hüftprotektors. Stv. Direktor Raphael D. Huguenin zur Motivation: „Sturzunfälle sind die häu­figste Unfallursache überhaupt! Im Bereich Haus und Freizeit ereignen sich jährlich 590'000 Unfälle, mehr als die Hälfte davon Stürze. Rund 1100 verlaufen tödlich, wobei zu 90 Prozent ältere Menschen betroffen sind.“ Da sich leider nicht alle Unfälle vermeiden liessen, brauche es Schutzinstrumente zur Folgenminderung – zum Beispiel den Hüftprotektor, eines von rund hundert Produkten, die in den letzten Jahren mit dem bfu-Sicherheitszeichen ausgezeichnet wurden.

Die bfu hat 1998 ein eigentliches Präventionsprogramm gegen Stürze gestartet. Unter anderem soll dabei der Hüftprotektor gezielt gefördert werden – beispielsweise durch die Fachtagungen 2007, die mithelfen sollen, dieses Hilfsmittel in Alters- und Pflegeeinrichtungen mittelfristig als Standard zu etablieren. Huguenin: „Leider ist die Akzeptanz bei dieser Zielgruppe noch unbefriedigend. Würde der Hüftprotektor konsequent getragen, liessen sich hier nicht nur fast 600 mit viel Schmerz und Leid verbundene Hüftfrakturen vermeiden, sondern auch ein volkswirtschaftlicher Nutzen von rund 35 Mio. Franken generieren!“

Der Mediziner Albert Wettstein (Stadtärztlicher Dienst und Universität Zürich) bezeichnet den Sturz gar als „Epidemie“: „30 bis 60 Prozent aller Senioren stürzen mindestens ein Mal jährlich, wobei die Sturzhäufigkeit exponentiell mit dem Alter zunimmt.“ Er empfiehlt vehement das Tragen von Hüftprotektoren, denn diese würden die Hüfte – insbesondere den sogenannten Schenkelhals – sehr gut vor dem knochenbrechenden Schlag beim Aufprall auf den Boden schützen.

Um die Wirksamkeit der neu auf den Markt kommenden Hüftprotektoren unter realistischen Bedingungen zu beurteilen, hat die EMPA St. Gallen einen Test mit einem anatomisch geformten, mechanischen Hüftmodell entwickelt. Physiker Siegfried Derler räumt aber ein, bis heute sei unklar, ob weiche Polstermaterialien, harte Schalen oder kombinierte Systeme das optimale Konstruktionsprinzip für Hüftprotektoren darstellen: „Gegenwärtig liegen eher Protektoren aus weichen Schaumstoffen im Trend, welche im Vergleich zu harten Schalen günstigere Komforteigenschaften besitzen.“ 

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