Aus Sicht der Prävention steht die Wirksamkeit von Polizeikontrollen ausser Zweifel. Geht die polizeiliche Verkehrsüberwachung einher mit einer transparenten Kommunikation, zum Beispiel über die verfolgten Ziele, erfüllt sie eine doppelte Funktion: Einerseits werden Zuwiderhandelnde bestraft, andererseits werden den Verkehrsteilnehmenden die gesetzlichen Bestimmungen in Erinnerung gerufen – was letztlich zu einem besseren Verhalten im Strassenverkehr beiträgt.
Wissenschaftliche Studien zu diesem Thema haben aufgezeigt, dass die Berücksichtigung bestimmter Kriterien die Wirksamkeit von Polizeikontrollen steigern kann. So sollten diese nicht isoliert, sondern wiederholt stattfinden, damit sich die Verkehrsteilnehmenden bewusst sind, dass sie kontrolliert werden könnten. Die Kombination von angekündigten, gut sichtbaren, gross angelegten Kontrollen und «Überraschungskontrollen» zeigt die besten Resultate. Auf jeden Fall aber ist es wesentlich, dass die Verkehrsteilnehmenden den Sinn von Polizeikontrollen einsehen und sie als Mittel zur Gewährleistung ihrer eigenen Sicherheit sowie derjenigen der anderen Strassenbenutzenden akzeptieren.
Im internationalen Vergleich ist die Dichte der Geschwindigkeitskontrollen in der Schweiz angemessen, Alkoholkontrollen finden aber noch immer zu selten statt. Die polizeiliche Verkehrsüberwachung, bei der vor allem Geschwindigkeitsübertretungen auf der Autobahn ins Visier genommen werden, sollten häufiger auch innerorts und ausserorts stattfinden sowie alle gefährlichen Verkehrsverhalten abdecken.
Oktober 2010