Erfreuliches Ergebnis der repräsentativen bfu-Zählung 2008: Nach der letztjährigen Stagnation steigen die Gurtentragquoten dank markanter Sprünge in der Romandie schweizweit wieder leicht an. Mittlerweile schnallen sich 88% der Lenker (2007: 86%) und 89% der Beifahrer (2007: 85%) an.
Die Romandie verringert ihren Rückstand beim Gurtentragen. Besonders markant ist die Tragquote der Westschweizer Beifahrer gestiegen. Wie die diesjährige repräsentative Zählung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ergab, schnallen sich in der Romandie mittlerweile 86% der Beifahrer an – 13 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Gesamtschweizerisch sind es 89% und damit 4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das Gurtenobligatorium für Fahrzeuglenker respektieren schweizweit 88% (2007: 86%) und in der Romandie 82% (2007: 78%). Nach der letztjährigen Stagnation sind diese Erhebungsresultate zwar erfreulich. Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz aber weiterhin schlecht ab. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Unsere Nachbarländer Deutschland und Frankreich melden bereits seit mehreren Jahren Lenker-Tragquoten von nahezu 100%.
Der Quotensprung in der Romandie deutet immerhin daraufhin, dass die in der lateinischen Schweiz gezielte und verstärkte Präsenz der Gurtenkampagne «Ein Band fürs Leben» («Attaché à la vie», «Allacciati alla vita») Wirkung zeigt. Die Kampagne wird nun um ein Jahr verlängert. Damit soll unter anderem die mit 65% auf Vorjahresniveau gebliebene Zahl der angeschnallten Rücksitzpassagiere erhöht werden. Die bereits seit 1994 geltende Vorschrift hat einen ernsthaften Hintergrund: Wer hinten ungesichert mitfährt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern kann bei einer Vollbremsung zum tödlichen Geschoss für Fahrer und Beifahrer werden.
Die Kampagne «Ein Band fürs Leben» wurde im November 2005 von der bfu als Kompetenzzentrum für Unfallprävention, dem TCS und vom Verkehrssicherheitsrat im Auftrag des Fonds für Verkehrssicherheit lanciert. Die von gezielten Polizeikontrollen begleitete Kampagne war ursprünglich auf drei Jahre ausgelegt. Im Frühling vor ihrem Start nutzten erst 82% der Fahrzeuglenker und 53% der Rücksitzpassagiere den Sicherheitsgurt (die Beifahrer-Quoten werden erst seit 2006 separat erhoben). Würden sich alle Fahrzeuginsassen konsequent anschnallen, könnten in der Schweiz jährlich rund 40 Menschenleben gerettet und 150 schwere Verletzungen vermieden werden.
Detaillierte Resultate:
bfu-Erhebung 2008 Gurtentragquoten
Website der Kampagne: www.sicherheitsgurt.ch