Im Wasser ereignen sich jährlich rund 12'000 Unfälle und 50 Todesfälle. Zurückzuführen sind diese hauptsächlich auf unterschätzte Gefahren, Leichtsinn und Übermut. Betroffen sind oft auch Kinder, bei denen Ertrinken die zweithäufigste Unfall-Todesursache ist. Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung unterstützt swimsports.ch bei der Lancierung des neu entwickelten Wasser-Sicherheits-Check WSC. Er soll Kindern die Kompetenz vermitteln, sich bei einem unbeabsichtigten Sturz ins Wasser selbst ans Ufer oder an den Beckenrand retten zu können.
Der Sturz ins Wasser ist meist unspektakulär. Dennoch ist er gemäss bfu-Statistik – neben dem unbemerkten Untergehen – der häufigste Hergang unter den Ertrinkungsunfällen. Hauptrisikofaktoren bei Kindern, die nach einem Sturz ins Wasser ertranken: Sie wurden nicht beaufsichtigt und/oder die Gefahrenstelle war nicht (genügend) abgesichert. Auf diese Weise sind seit 2000 durchschnittlich 13 Personen (davon ein 5- bis 9-jähriges Kind) pro Jahr ertrunken – wie viele mit schweren Verletzungen oder bloss mit dem Schrecken davongekommen sind, ist nicht bekannt. Häufigster Unfallort ist dabei See, Fluss oder Bach. Diese freien Gewässer können nur teilweise gegen ein Hineinstürzen gesichert werden. Kinder sollten deshalb immer nur beaufsichtigt in der Nähe von Gewässern spielen!
Falls es aber trotzdem zu einem unbeabsichtigten Sturz ins Wasser kommt, gilt es ruhig Blut zu bewahren, kein Wasser in die Atemwege zu lassen, sich zu orientieren und dann die nächste oder sicherste Ausstiegstelle anzusteuern. Ein scheinbar einfaches Vorhaben, das in Wirklichkeit aber – sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene – nur mit vorheriger Übung gemeistert werden kann. Und genau hier setzt der Wasser-Sicherheits-Check an: Es geht dabei – im Gegensatz zum Schwimmunterricht – nicht darum, eine perfekte Technik zu erlernen, sondern einen Minimalstandard zu erreichen, der eine Selbstrettung ermöglicht. Um den WSC zu bestehen, müssen die Kinder erstens ins tiefe Wasser purzeln, sich zweitens eine Minute an Ort über Wasser halten und dabei orientieren sowie drittens 50 Meter schwimmen (Details unter www.swimsports.ch). Idealerweise sollte dieser Test in der dritten, spätestens aber in der fünften Klasse absolviert werden.
Die bfu, das Kompetenzzentrum für Unfallprävention, engagiert sich seit Jahren stark für mehr Sicherheit am und im Wasser – sei es durch die Propagierung der sechs SLRG-Baderegeln oder durch Tipps für private Schwimmbäder. Der Bundesrat hat denn letztes Jahr in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zum Thema "Todesfälle durch Ertrinken" auch explizit festgehalten, dass "die Präventionsanstrengungen der bfu wirksam sind". Mit dem Wasser-Sicherheits-Check, der in Kanada unter dem Namen "Swim to Survive" entwickelt wurde, machen die bfu und swimsports.ch (mit seinen Partnern Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG, Schweizerischer Schwimmverband SSCHV sowie Jugend und Sport J+S) nun einen weiteren Schritt, um gezielt die Tiefwasser-Sicherheit der Kinder zu verbessern.
Download:
bfu-Publikumsbroschüre "Schwimmen, Tauchen, Schlauchboote. Spass im Nass"