Die Zahl der Verkehrsopfer ist letztes Jahr leicht gestiegen: 2007 starben auf Schweizer Strassen 384 Menschen (2006: 370 / plus 4 Prozent), 5235 wurden schwer verletzt (2006: 5066 / plus 3 Prozent). Dies ergab die jährliche Erhebung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung bei den kantonalen Polizeistellen.
Auffällig bei den Getöteten ist insbesondere die um 19 Prozent (von 69 auf 82) gestiegene Zahl der tödlich verunfallten Motorradfahrer – womit die positive Entwicklung im Jahr 2006 wieder rückgängig gemacht wird. Die bfu, das Schweizer Kompetenzzentrum für Unfallprävention, erarbeitet momentan ein «Sicherheitsdossier Motorradverkehr», das sich vertieft mit den Unfallursachen befasst und nächstes Jahr publiziert werden soll. Erfreulicher ist die sinkende Tendenz bei den getöteten Fahrradfahrern: minus 14 Prozent (von 35 auf 30), minus 38 Prozent seit 2003.
Bei den Schwerverletzten sticht vor allem die Zunahme der auf dem Zebrastreifen verunfallten Fussgänger ins Auge: plus 18 Prozent (von 284 auf 334), plus 34 Prozent seit 2003. Deshalb ist insbesondere die verkehrstechnische Infrastruktur weiterhin und verstärkt an die Bedürfnisse der Fussgänger anzupassen. Die bfu-Verkehrsingenieure beraten interessierte Kantone und Gemeinden,
wie innerorts eine ganzheitliche Planung mit sicheren Querungsmöglichkeiten und fussgänger-gerechtem Geschwindigkeitsmanagement (wie beispielsweise Tempo-30-Zonen) am besten realisiert werden kann.
Die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten ist bei den beiden Hauptunfallursachen Geschwindigkeit und Alkohol nochmals – wenn auch nur leicht – zurückgegangen. Die generalpräventive Wirkung der verstärkten Polizeikontrollen ist zwar nach wie vor spürbar. Es zeigt sich aber, dass die Massnahmen rund um die Einführung der 0,5-Promille-Grenze zu Beginn deutlich stärker als heute gewirkt haben.
Die Unfallzahlen 2007 machen es deutlich: Die Unfallprävention ist zwar auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Die bfu steht nach wie vor klar hinter dem bundesrätlichen Ziel, die Zahl der Getöteten im Strassenverkehr bis ins Jahr 2010 auf 300 und jene der Schwerverletzten auf 3'000 zu senken. Dies wird jedoch nur möglich sein, wenn weitere Anstrengungen zur Erhöhung der Strassenverkehrssicherheit unternommen werden. Entsprechende konkrete Vorschläge sind im nationalen Handlungsprogramm Via sicura enthalten, das vermutlich noch im ersten Halbjahr 2008 vom Bundesrat zum zweiten Mal behandelt wird.
Informationen: bfu-Medienstelle, Tel. +41 31 390 21 11
Anmerkung: Die publizierten Zahlen beruhen auf einer Umfrage bei den kantonalen Polizeistellen. Die definitiven gesamtschweizerischen Unfallzahlen werden im Juli 2008 vorliegen und vom Bundesamt für Statistik BFS publiziert. Detailanfragen können deshalb bis zu diesem Zeitpunkt weder vom BFS noch von der bfu beantwortet werden. Einzelne kantonale Zahlen werden zu gegebener Zeit veröffentlicht. Danke für Ihr Verständnis.